Nach einem hitzigen Abstimmungskampf entscheidet die Basler Stimmbevölkerung heute, ob der Claraturm beim Messeplatz im Kleinbasel gebaut werden kann. Referendumsführer Andreas Bernauer ist jetzt schon zufrieden. «Wir haben unser wichtigstes Ziel erreicht», sagt der aufmüpfige Pianobar-Wirt. «Wir haben es geschafft, dass der Claraturm zum Stadtgespräch geworden ist.» Auf eine Prognose will sich Bernauer nicht festlegen. Das Abstimmungsresultat sei schwierig vorauszusehen, sagt er. «Wenn es am Sonntag vierzig Prozent Nein-Stimmen gibt, haben wir ein respektables Ergebnis erzielt.»

Bernauer hat Gefallen gefunden an der Politik. Gemäss Informationen der «Schweiz am Sonntag» hat er bereits das nächste Projekt in der Pipeline. Sofern er heute beim Claraturm keine allzu hohe Niederlage erleidet, will er auch gegen das Baloise-Hochhaus vorgehen. Konkret erwägt er, gegen den Ratschlag «Areal Aeschengraben» respektive den entsprechenden Bebauungsplan das Referendum zu ergreifen.

Anfang Jahr hatte die Baloise ihr 200-Millionen-Projekt angekündigt. Ab 2014 will der Versicherungskonzern am Aeschengraben nach den Plänen der Architekten Miller & Maranta etappenweise verschiedene bestehende Gebäude ersetzen. Darunter auch das 1975 eröffnete Hotel Hilton. Stattdessen soll ein 87 Meter hoher Turm entstehen. Bernauer kann nicht nachvollziehen, weshalb die Gebäude abgerissen und nicht saniert werden sollen. «Die Bausubstanz ist doch noch gut», sagt er der «Schweiz am Sonntag». «Das Hotel Hilton passt zudem gut zum benachbarten BIZ-Gebäude.»

Die Baloise ist zu einem anderen Schluss gekommen. Eine Neubebauung habe sich als sinnvollste Variante herausgestellt, hiess es im Januar. Die derzeitige Infrastruktur sei so veraltet, dass eine Sanierung «unwirtschaftlich» wäre. Mit einer Neubebauung könnte der städtische Entwicklungsraum zudem «zeitgemäss» genutzt werden. Das Geschäft liegt derzeit bei der Bau- und Raumplanungskommission. Bernauer hat wenig Hoffnung, dass diese Korrekturen anbringen wird. «Die Mehrheitsverhältnisse sind klar», sagt er. Der Kampf gegen das Establishment reizt ihn.