Exklusiv

Anita Fetz: «Wir lassen uns vom Anti-Stadt-Gelärme der SVP nicht provozieren»

Die Basler Ständerätin Anita Fetz (SP) im bz-Interview.

Die Basler Ständerätin Anita Fetz (SP) im bz-Interview.

Die Basler Ständerätin Anita Fetz (SP) macht im Interview mit der bz deutliche Aussagen zur möglichen Fusion der beiden Basel, dem Finanzausgleich zwischen Stadt und Land und dem Verlust des Zusammenhalts in der Schweiz.

„Das werde ich erst in letzter Minute entscheiden“, erklärt Anita Fetz, Ständerätin des Kantons Basel-Stadt (SP) gegenüber der bz auf die Frage, wie sie über die Fusionsinitiative der beiden Basel abstimmen wird. Aus ihrer fehlenden Begeisterung macht sie aber keinen Hehl. Die Idee sei zwar naheliegend, aber Basel habe wichtigere Herausforderungen.

„Was uns in den nächsten Jahren vor allem beschäftigen wird, ist die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative“, meint Fetz. Basel müsse einen neuen Weg finden, sonst „werden die Auswirkungen in unserer Region dramatisch sein“. Die Umsetzung müsse so gestaltet sein, dass die Wirtschaftszentren damit leben können. „Wir brauchen in Basel die wirtschaftliche Kooperation mit dem Umland und die Grenzgänger.“

Das Umland, das meint auch das Baselland. Fetz bedauert deshalb die emotional heftigen Absagen vor allem der ländlichen SVP an die Adresse der Stadt. Sie versuche aber nüchtern zu bleiben: „Wir lassen uns nicht provozieren von dem SVP-Anti-Stadt-Gelärme. Die Mehrheit der Baselbieter Bevölkerung ist nicht so. Wir haben ein Interesse, gemeinsam die Region weiter voranzubringen.“

Die SVP im Baselland kämpfe einen Stellvertreterkampf. „Was sich in der Region abspielt, kann man auf die ganze Schweiz umlegen.“ Es sei ein politisches Auseinanderdriften von Stadt und Land feststellbar. “Das Drama der Schweiz ist, dass die konservativen, eher rückwärtsgewandten Kräfte strukturell in der Mehrheit sind, weil wir unser Staatswesen im 19. Jahrhundert gebildet haben. Die grossen Städte sind zwar die Wirtschaftsmotoren, sie bringen Wertschöpfung und Innovation und sie finanzieren die Schweiz, aber sie haben nirgends eine Mehrheit.“

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1