Die Umnutzung des Felix-Platter-Spitals in Basel wird eine Herausforderung. Darüber waren sich alle im Klaren. Aus Spitalzimmern Wohnungen zu schaffen, das wird nicht leicht. Nicht umsonst wollte man zunächst das in die Jahre gekommene Spitalgebäude abreissen und an seiner Stelle Genossenschaftswohnungen bauen. Doch von Heimatschützern über Architekten setzten sich zu viele für das 1967 eröffnete Spitalgebäude der Architekten Fritz Rickenbacher und Walter Baumann ein. Es sei ein typischer «filigraner Betonbau» der frühen 60er Jahre.

Nun zeigt sich, die Umnutzung durch die Wohnbaugenossenschaft «Wohnen und mehr» in ein sogenanntes «vertical village», also ein vertikales Dorf, bringt Herausforderungen mit sich. Die Ausschreibung, mit der man ein Planerteam suchte, wurde abgebrochen. «Wir haben die Ausschreibung gestoppt und im engen Austausch mit den Fachverbänden und unseren Partnern neu aufgegleist. Dies auch darum, weil uns einige Architekten ihr Bedauern ausgedrückt haben, dass sie nicht teilnehmen können», sagt Andreas Courvoisier, der Vize-Präsident von «Wohnen und mehr».

Hohe Hürden

Beklagt hatten sich interessierte Architekten vor allem wegen der hohen Qualifikationsschwelle, die festgelegt worden war. Ein Umbauprojekt mit einem Volumen von 20 Millionen Franken musste man bereits in seinem Palmares haben, wollte man sich um den Auftrag bewerben. Nun wurde diese Schwelle auf zehn Millionen abgesenkt. «Wir haben einerseits das Verfahren an sich abgeändert, von einer Planerausschreibung zu einem Studienauftrag. Andererseits haben wir die Schwelle für die Teilnahme abgesenkt.»

Gesucht wird also nicht mehr ein Team, das anhand seiner Erfahrungen und Leistungen ausgewählt wird. Sondern das Projekt selbst tritt in den Vordergrund, wer sich bewirbt, muss also schon genauer sagen, wie er sich denn den Umbau des Bettenhauses in einen Wohnturm mit 130 Wohnungen, Quartiernutzungen und Gemeinschaftsflächen vorstellt. Da nun genauere Projekte gefragt sind, steigt laut Courvoisier auch das Honorar für die vorqualifizierten Teams. Denn die müssen ja nun auch mehr liefern.

Es wird länger dauern

Davon erhofft sich Courvoisier auch, dass es nicht eine zu grosse Verzögerung gegenüber den ursprünglichen Zeitplänen geben wird: «Es wird eine Verzögerung geben. Andererseits haben wir durch den Studienauftrag auch bereits vertiefte Lösungsvorschläge für die Umnutzung. Nach wie vor zielen wir darauf ab, direkt nach dem Umzug des Felix Platter-Spitals mit den Bauarbeiten zu beginnen.»

Und auch hier führt er das Argument ins Feld, das bereits einem Abbruch und Neubau den Garaus gemacht hatte: Den mittlerweile denkmalgeschützten Status des Spitalgebäudes: «Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Vorgehen dem denkmalgeschützten Gebäude gerecht werden. Aus dem heutigen Spital wird ein lebendiges Wohngebäude mit Ausstrahlung werden.» Das Prädikat «schützenswert» hatte die Regierung dem Bau erst 2016 zugestanden. Als er beschloss, auf die Umnutzung zu setzen und die Abrisspläne verwarf.

Der ursprüngliche Zeitplan war bereits ambitioniert: Am 7. Februar sollten werden sechs bis sieben Teams von Architekten und Landschaftsplanern vorselektiert werden. Im Juli war der Abgabetermin geplant, Mitte 2019 sollte gebaut werden. Da nun die Neuausschreibung im September erfolgt, wird erst im März entschieden, welche sechs Teams, ein Vorprojekt erarbeiten dürfen. Wie viel von dieser Verzögerung aufgeholt werden kann, ist noch nicht klar.