Im Rahmen der laufenden Sanierung des Kasernen-Neubaus sucht der Kanton Basel-Stadt «innovative Gastronomen» für das geplante Restaurant, das Café mit Aussenbetrieb sowie die Bar im Kasernen-Hauptbau.

Dieser Schuss könnte jedoch nach hinten losgehen, befürchtet Sebastian Kölliker, SP-Grossrat und Mitglied des Komitees «Kulturstadt Jetzt»: «Ich sehe darin einen Widerspruch zu dem, was erwirtschaftet werden muss.» Unter anderem meint er damit die drei Millionen Franken Umsatzpotenzial, die für das Restaurant im südlichen Anbau des Neubaus berechnet wurden. Geht man von den angegebenen 360 Öffnungstagen des Lokals aus, wäre das ein Tagesumsatz von über 8000 Franken, der erreicht werden müsste.

«Sieht man sich diese Zahlen an, dann muss es eigentlich ein ‹Grosser› machen.» Das passe für ihn nicht zum angestrebten Konzept. Generell frage er sich, wie die Verantwortlichen gedenken, den Hauptbau wirklich innovativ zu gestalten. «Ich hoffe, dass sie wissen, was sie tun», so Kölliker.

Viel Lob von anderer Seite

Gastro-Experten loben das Projekt und vor allem die «sehr detaillierte Ausschreibungsdokumentation», welche sich fachlich plausibel und wohlwollend dem Mieter gegenüber präsentiere. Ebenso sei die Dokumentation sehr seriös, da sich das Präsidialdepartement von Experten der Gastronomiebranche beraten liess.

Darunter befinden sich beispielsweise Andreas Richard und Martin Volkart; Letzterer ist Verwaltungsratspräsident und Miteigentümer der Krafft Gruppe, zu der unter anderem das Hotel Krafft und das «Volta Bräu» gehören. Auch die Kostenaufteilung sei realistisch und der Mietzins, bei einem Umsatzanteil von 5,5 Prozent für Restaurant und Café sowie 6,5 Prozent für die Bar, eher an der unteren Grenze.

Die Sorgen Köllikers scheinen jedoch nicht ganz unbegründet. Auch die Experten sehen im Restaurant einen potenziellen Knackpunkt, da sich der Standort erst noch bewähren müsse. Vor allem in Hinblick auf die Wintermonate könnte die Rechnung nicht aufgehen. Das Potenzial sei jedoch da.

Beizer in den Startlöchern

Unter den Basler Gastronomen stösst die Ausschreibung grundsätzlich auf Wohlwollen. Schon Interesse angekündigt hat die Wyniger Management AG, zu der unter anderem der «Teufelhof», das Restaurant 800° und das «Ufer 7» gehören. Wie CEO Christoph Widmer bestätigt, werde die Ausschreibung in den nächsten Wochen geprüft.

«Parterre»-CEO Peter Sterli zeigt sich ebenfalls «sehr interessiert» an den Gastro-Räumlichkeiten. «Wir werden uns sicher bewerben», meint er. Um die Ausschreibung seriös angehen zu können, wurde sogar eigens ein internes Projektteam gegründet, das sich in den nächsten Wochen intensiv mit der Ausschreibungsdokumentation auseinandersetzen werde.

Ob sich die Rhyschänzli GmbH, welche im Moment noch die Buvette bei der Kaserne betreibt, bewerben wird, konnten die Verantwortlichen auf Anfrage noch nicht bestätigen. Doch aufgrund der Höhe der zu tätigenden Investition und des vorhandenen Risikos werden wohl eher grössere Gastrounternehmen als Einzelgastronomen von der Ausschreibung angezogen werden.