Landhof

Anwohner und Verwaltung liefern sich einen offenen Streit um den Landhof

Die alterwürdige Tribüne der damaligen FCB-Fans auf dem Landhofareal wird abgerissen – so oder so.

Die alterwürdige Tribüne der damaligen FCB-Fans auf dem Landhofareal wird abgerissen – so oder so.

Im Kern ist man sich einig: Der Landhof zwischen Wettstein- und Messeplatz soll grün bleiben. Bloss: Das aktuelle Projekt um die alte Spielstätte des FCB passt nicht allen. Die Kritiker drohen mit einem Referendum.

Theres Wernli vom Stadtteilsekretariat Kleinbasel ist als Vermittlerin zwischen Anwohnern und Verwaltung an vorderster Front dabei. Sie ist sicher: «Das Abenteuer wird mit dem jetzigen Projekt grösser, als es bisher war. Ausserdem werden künftig sämtliche Bewohner etwas vom Landhof haben.» Das Projekt sehe eine Öffnung der bisher eher als «Hinterhof» wahrgenommenen Grünzone vor. Dieser Ansicht sei eine Mehrheit der heterogenen Begleitgruppe.

Auch die Gegner sind nicht grundsätzlich gegen das Projekt, an dessen Feinschliff die Verantwortlichen des Baudepartements derzeit arbeiten. Doch die Punkte, mit denen sie nicht einverstanden sind, machen wesentliche Bestandteile der Pläne aus.

Streitpunkt Kinderfreundlichkeit

So biete der Neubau, der den Tribünen-Bau ersetzen soll, zu wenig Raum, um die Kinder- und Jugendarbeitsaktivitäten in der heutigen Form fortsetzen zu können. Auch der Plan, das Haus «umzudrehen» und damit die Fläche des Naturspielplatzes zu beschneiden, passt ihnen nicht. Das hat eine Versammlung des Vereins Landhof gezeigt, an der sich Zweidrittel der 17 Anwesenden gegen diese Punkte ausgesprochen habe, wie Vereinspräsident Heinz Käppeli sagt. Sollten die Verantwortlichen das Projekt in der jetzigen Form auf das politische Paket bringen, überlege er sich, das Referendum dagegen zu ergreifen.

Die Chance, dass der ehemalige CVP-Grossrat und seine Mitstreiter die Drohung wahr machen, sind hoch. Denn Thomas Gerspach von der Stadtgärtnerei im Baudepartement hat nicht vor, das Projekt über den Haufen zu werfen, zumal es von einer Jury auserkoren worden sei und «finanzielle und zonenrechtliche Vorgaben» eingehalten werden müssten. Ausserdem sehe das Projekt eine öffentliche Grünzone sowie das Fortbestehen der offenen Kinder- und Jugendarbeit vor – genauso, wie es das Volk wollte.

Das ist auch im Sinne des Anwohners Claudio Paulin von der Begleitgruppe. Aber auch er ist der Meinung, der Neubau biete zu wenig Raum und der Spielplatz dürfe nicht kleiner werden. Thomas Gerspach sagt dazu: «Uns geht es um Qualität und nicht um Quadratmeter.» Der ganze Landhof werde trotz der kleineren Spielplatz-Fläche an Attraktivität für Kinder gewinnen, da das ganze Areal kinderfreundlich gestaltet werde. Theres Wernli geht einen Schritt weiter und spricht die Mädchen an, die bisher zu kurz kämen: «Mit dem neuen Projekt wird das Areal für Mädchen attraktiver.» Noch seien auf dem Landhof mehr – vorwiegend Fussball spielende – Buben anzutreffen. Die geplanten Sitz- und Flaniermöglichkeiten aber lockten künftig bestimmt auch mehr Mädchen an.

Die Projektverantwortlichen sind bereit, über Punkte wie etwa den Standort des Cafés im Gebäude und die Nutzung der Räume des Neubaus zu diskutieren. Am groben Konzept wollen sie indes nicht rütteln. Nach der Sommerpause werden sie den Ratschlag der Regierung vorlegen.

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