Sterbehilfe
Anwohner wehren sich gegen das Exit-Sterbezimmer in Binningen

Anwohner wollen nicht, dass in der Nachbarschaft Suizide begangen werden. Gegen das geplante Sterbezimmer von Exit in der Region Basel sind Einsprachen eingegangen.

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Das Sterbezimmer von Exit in Binningen. (Archiv)

Das Sterbezimmer von Exit in Binningen. (Archiv)

Roland Schmid

Exit erwartete keinen Widerstand gegen das geplante Sterbezimmer in Binningen, weil die Sterbehilfe-Organisation bisher für den vor einem Jahr eröffneten Beratungsbetrieb keine Reklamationen erhalten hat. Die Anwohner meldeten sich nun aber beim Baselbieter Bauinspektorat. Gemäss einem Bericht der „Schweiz am Sonntag“ sind Einsprachen gegen die Umnutzungspläne von Exit eingegangen. Anwohner wehren sich dagegen, dass Exit mitten im Dorf Freitodbegleitungen durchführen will.

Die Debatte um Suizide in Wohnquartieren entsteht gleichzeitig auch in Basel-Stadt. Mit dem Fall in Binningen wurde dem Basler Bauinspektorat bewusst, dass die Stiftung Eternal Spirit möglicherweise nicht die nötigen Bewilligungen für ihr Sterbezimmer an der Hegenheimerstrasse hat. Gemäss der „Schweiz am Sonntag“ hat das Bauinspektorat in Basel deshalb Abklärungen eingeleitet. Fragwürdig ist, ob die Sterbehilfe im Wohnquartier zonenkonform ist. Gegenüber der Zeitung verteidigt sich Eternal-Spirit-Präsidentin Erika Preisig: „Ein begleiteter Freitod ist ausgeübte Nächstenliebe und gehört nicht in eine Industriezone verbannt wie einst die Selbstmörder aus der Stadt verbannt wurden.“ (SaS)