Tierheim an der Birs

Anzahl Findeltiere nimmt zu: In Basel werden vermehrt verletzte Katzen gefunden

Die meisten Katzen werden in der Nacht gefunden und kommen so ins Tierheim.

Die meisten Katzen werden in der Nacht gefunden und kommen so ins Tierheim.

Katzen sind von Natur aus dämmerungsaktiv. Aus diesem Grund sind sie auch vorzugsweise in den späten Abendstunden unterwegs – um beispielsweise zu jagen. Doch das frühe Eindunkeln im Herbst birgt für die Katzen ein grosses Risiko.

«Leider kommt es immer wieder zu Unfällen mit Katzen, wenn Autofahrer die Tiere nicht rechtzeitig sehen», sagt Béatrice Kirn, Geschäftsleiterin des Tierschutzes beider Basel und des Tierheims an der Birs. Aktuell werden überdurchschnittlich viele verletzte Findelkatzen im Tierheim abgegeben.

«Es sind gut bis zu neun Katzen pro Woche. Normalerweise sind es zu dieser Jahreszeit zwei bis drei», so Kirn. Der Grossteil der verletzten Tiere werde zwischen 19 und 7 Uhr von der Polizei beim zuständigen Pikettdienst gemeldet. Ebenfalls involviert sei die Tierklinik in Münchenstein, die nach Bedarf medizinische Behandlungen oder Notoperationen durchführt. «Nur so können wir die Rettung vieler Tiere überhaupt erst ermöglichen.»

In anderen Kantonen gehen die Zahlen zurück

Die Schweizerische Tiermeldezentrale registriert im Herbst und Winter meist weniger gefundene oder vermisste Tiere als in den warmen Jahreszeiten. Geschäftsführerin Bernadette Christen: «Den Peak erreichen wir zwischen Juni und September. Dementsprechend nehmen die Meldungen aktuell ab.»

Einen Grund für die Zunahme der Findelkatzen in der Region Basel zu nennen, sei schwierig. Bei den meisten Katzen handelt es sich laut Béatrice Kirn jedoch um Ausreisser, die zügig wieder nach Hause zurückgebracht werden können. «Hat eine Katze einen Chip, können wir die Besitzer schnell ausfindig machen. Bei Tieren, die weder gechipt noch in einer Datenbank registriert sind, ist das aber komplizierter.» Das Tierheim ist gesetzlich verpflichtet, die Katzen innert zwei Monaten ihren rechtmässigen Besitzern zurückzugeben, weshalb es die Tiere bis dahin auch nicht weiter vermitteln darf.

Corona hat Einfluss auf Tierpension

Unter dem Strich befänden sich zurzeit etwa 70 Katzen im Tierheim. Neben den Findelkatzen sind darin auch jene eingerechnet, die sich in der Tierpension befinden. «Hier können wir klar einen Zusammenhang mit der Coronapandemie erkennen», sagt Kirn. «Da viele ihre Ferien nicht im Ausland verbringen, werden auch weniger Katzen in dieser Zeit bei uns im Tierheim abgegeben.»

Auch beim Katzenheim Muttenz, das zum Tierschutzbund Basel Regional gehört, gibt es aktuell vereinzelt Findelkatzen. Von einer massiven Zunahme könne man indes nicht sprechen, sagt Mitarbeiterin Carina Bernauer. «Es fällt aber auf, dass sich mehr Leute auf möglicherweise vermisste Katzen achten, sobald es draussen kälter wird.» Das Mitgefühl sei laut Bernauer bei vielen in dieser Zeit grösser als sonst. Die meisten Katzen könnten die Kälte aber problemlos verkraften. Sie haben schliesslich ein dickes Fell.

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