Coronavirus
Apotheken beider Basel unzufrieden mit Bundesratsentscheid: Maskenverkauf nur über Detailhandel sei falsch

Der Bundesrat hat angekündigt, dass es einen exklusiven Verkauf von Hygienemasken über die Grossverteiler gibt. Die Apothekerinnern und Apotheker beider Basel brüskieren sich über diesen Entscheid.

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Die Apotheken und ihre Mitarbeiter beider Basel sind mit dem Bundesratsentscheid bezüglich des Maskenverkaufs nicht einverstanden.

Die Apotheken und ihre Mitarbeiter beider Basel sind mit dem Bundesratsentscheid bezüglich des Maskenverkaufs nicht einverstanden.

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Die 127 Apotheken mit ihren Mitarbeitenden sind entsetzt über den Bundesratsentscheid zum Verkauf der Schutzmasken. Der Verkauf soll exklusiv über die Grossverteiler laufen. Gemäss der Medienmitteilung der Apotheken beider Basel vom 24. April 2020 sei nicht nachvollziehbar, wieso die medizinische Grundversorgung übergangen werde und es schade dem Kampf gegen Covid-19, da die richtige Anwendung der Masken eine zentrale Rolle spiele. Die Apotheken und ihre Mitarbeiter fordern eine Korrektur des Entscheides.

Auch der Delegierte des Bundes für das Coronavirus, Daniel Koch, sagt, dass die richtige Anwendung nicht einfach sei und eine falsche Anwendung gar kontraproduktiv sein könne. Die Apotheken stimmen Koch diesbezüglich voll zu. Die Präsidentinnen der Apotheker-Verbände Basel-Stadt und Baselland betonen in der Mitteilung: «Die Wahl und Anwendung der Schutzmasken ist komplizierter als allgemein angenommen wird. Hier braucht es klare Anweisungen und Hilfe». Das Apothekenpersonal sei dafür ausgebildet, die richtige Maske zu wählen und die richtige Anwendung zu vermitteln. Zudem würden sie seit Wochen nach dem Pandemieplan und somit unter strengeren Hygienevorschriften arbeiten. Sie kennen die entsprechende Kundschaft und deren Anliegen und Bedürfnisse.

Neben diesem Fachwissen, über das die Apotheken im Gegensatz zu den Detailhändler verfügen, gibt es noch weitere Gründe gegen den Bundesratsentscheid. Zum einen die fehlende Wettbewerbsgleichheit. Aussgewählte Grossverteiler könne von diesen exklusiven Verkäufen profitieren, während der Fachhandel übergangen werde. Zum anderen haben sich laut der Medienmitteilung viele hunderte Apotheken-Mitarbeitende zusammen mit anderen medizinischen Grundversorgern während den letzten Wochen mit Engagement gegen die Covid-19-Ausbreitung gestemmt und die eigene Gesundheit riskiert. Und nicht zuletzt stellt der Lockdown auch für einige Apotheken ein mögliches existenzielles Problem dar.