Eine gesicherte Arbeitsstelle ist nicht nur aus finanziellen Gründen wichtig, sondern auch für das eigene Selbstbewusstsein bedeutend. Das Gefühl, gebraucht zu werden, tut gut, gerade auch Menschen mit einer Behinderung. Doch die Inklusion, also der Einbezug im ersten Arbeitsmarkt, ist für sie oft mit grossen Hürden verbunden. Diese zu meistern hilft die gemeinnützige Organisation Impulse Basel, die als Brückenbauer zwischen Wirtschaft und Direktbetroffenen fungiert, unter anderem Mentoring-Programme anbietet und die Beteiligten einer Inklusion zusammenführt.

Jeweils am 3. Dezember, dem internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, macht Impulse Basel mit verschiedenen Aktionen auf das Thema aufmerksam. Übermorgen Donnerstag werden Prominente wie der ehemalige FCB-Captain Marco Streller, SP-Grossrätin Tanja Soland oder Schauspieler David Bröckelmann an verschiedenen Orten in der Stadt erzählen, welche Erfahrungen sie mit Behinderten schon machten.

Eine Haltungsfrage

Neben den eher allgemein gehaltenen Gesprächen mit den Prominenten werden Fachpersonen und im Speziellen auch Arbeitgeber interviewt, die in ihrem Betrieb Menschen mit einer Behinderung beschäftigen und dafür das Label «ipunkt» von Impulse Basel erhielten. Dazu gehört das Reise,- Zügel- und Transportunternehmen Settelen. Für Geschäftsführer Stephan Settelen ist es eine Haltungsfrage, ob das Unternehmen Menschen mit einer Behinderung anstellt. «Wenn man das wirklich will, geht es auch», ist er überzeugt. Es brauche dafür Offenheit und eine klare Kommunikation mit den anderen Mitarbeitern.

Die insgesamt 19 Interviews werden von elf Uhr bis 15 Uhr am Claraplatz, beim Stücki Shopping Center, der Freien Strasse, auf dem Marktplatz und auf der Rheinterrasse geführt.

Das Thema Inklusion sei ein zentraler Baustein der Gleichstellung von Menschen mit einer Behinderung, sagt Georg Mattmüller, Geschäftsführer des Behindertenforums Region Basel. «Betroffene haben es viel schwerer, einen Arbeitsplatz zu finden. Die Stigmatisierung, die gegenüber ihnen teilweise vorherrscht, muss überbrückt werden.»

Wissen und Verständnis

Um die vorhandenen Hürden zu überwinden, lanciert Impulse Basel zusammen mit der Handelsschule KV Basel und der Advokatur am Rhein einen neuen Lehrgang mit dem Namen «Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt für Praktiker». Dieser dauert ein Semester und eignet sich für Personen, die aufgrund ihrer Tätigkeit mit Eingliederungsprozessen zu tun haben, erklärt Nicole Bertherin, Präsidentin von Impulse Basel. Dies seien beispielsweise Mitarbeitende der Personalabteilung eines Unternehmens, Anwälte, Mitarbeitende von (Sozial-)Versicherungen, Ärzte und Jobcoaches. «Für eine fruchtbare interdisziplinäre Zusammenarbeit ist es unabdingbar, dass alle Involvierten über ein solides rechtliches Grundwissen, aber auch über ein gegenseitiges Grundverständnis hinsichtlich der tangierten Fachbereiche verfügen.»

Der Kurs orientiert sich vorwiegend an konkreten Sachbeispielen und Fallbeispielen. Der erste Lehrgang im KV Basel beginnt im April.