Littering
Arbeitsgruppe soll Müll verschwinden lassen

Die Basler Regierung gründet eine inter departementale Arbeitsgruppe, die Lösungen zur Littering- Bekämpfung ausarbeiten soll.

Muriel Mercier
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Das Rheinufer gehört in Basel neben dem Barfüsserplatz und dem Bahnhof zu den Orten, an denen am meisten Abfall liegen bleibt. Kenneth Nars

Das Rheinufer gehört in Basel neben dem Barfüsserplatz und dem Bahnhof zu den Orten, an denen am meisten Abfall liegen bleibt. Kenneth Nars

Wolkenloser Himmel, warme Sonnenstrahlen, der Duft von Gegrilltem schwebt in der Luft. Die Basler werden seit Tagen mit sommerlichen Temperaturen verwöhnt. Wie gross die Freude auf die kommenden Monate ist, ist unschwer zu erkennen, beobachtet man den Menschenauflauf, der sich täglich am Kleinbasler Rheinufer zum Feierabendbier trifft. Eigentlich kein Problem, würden sie nach ihrem Umtrunk ihren Müll nicht liegen lassen. Aber: Gehen die Rheinbord-Liebhaber nach Hause, sind die Treppenstufen überfüllt mit Flaschen, Plastiktüten, Pappbechern. So geht es nicht weiter, sagt sich der Regierungsrat und gründet die interdepartementale Arbeitsgruppe «Littering».

Sinn und Zweck der Arbeitsgruppe ist, dass alle betroffenen Abteilungen – vom Justiz- und Sicherheitsdepartement, über das Wirtschafts-, das Verkehrs- und auch das Präsidialdepartement – nach Lösungen suchen, um das achtlose Wegwerfen von Müll zu bekämpfen.

«Es sollen konkrete Massnahmen entwickelt werden, die sowohl präventiv als auch repressiv wirken können», erklärt Alexander Isenburg, Leiter der Stadtreinigung. Täglich seien rund 150 Stadtreiniger auf Basels Strassen mit Littering beschäftigt. Nicht überall kann der Dreck mit Putzwagen entfernt werden: «An vielen Orten müssen die Stadtreiniger wegen Stufen den Müll von Hand entfernen.»

Studie soll Gründe aufdecken

Frustriert über die Zunahme von Littering in den letzten Jahren ist auch Jürg Hofer, Leiter des Amts für Umwelt und Energie. «Die Stadt hat schon viel dagegen unternommen», ärgert er sich. Damit meint er unter anderem die Plakatkampagne «Wischerman and Friend» vor zwei Jahren mit FCB-Spielern. Zudem stehen alle paar Meter am Rheinbord grosse, blaue Abfallcontainer. Regelmässig seien Littering-Botschafter unterwegs und würden die Leute vor Ort auf das Problem hinweisen.

«Ich weiss nicht, was man noch unternehmen soll», sagt Hofer. Sein Vorschlag: «Ich glaube, wir müssen zuerst eine Studie betreiben und nach dem Grund suchen, wieso die Leute ihren Abfall einfach nicht wegräumen.» Was Hofer nicht nachvollziehen kann: «Das Rheinufer ist der attraktivste Ort in Basel. Aber die Leute, die sich dort gerne aufhalten, verwüsten ihn doch selber.»

Erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe «Littering» sollen noch im Mai vorliegen. «Wir wollen im besten Fall im Sommer mit der Umsetzung von Lösungsansätzen beginnen», führt Alexander Isenburg aus. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: «Entweder wir finden langfristige Lösungen gegen Littering, oder wir müssen die Stadtreinigung personell ergänzen, um dem Problem Herr zu werden. Und das kann ja nicht die dauernde Lösung sein.»