Das Gräberfeld bei Francavilla Marittima gehört zu einer Siedlung, die wegen ihrer strategischen Lage sowohl den Verkehr über den Apennin als auch entlang der Meeresküste kontrollierte, wie die Universität Basel am Donnerstag mitteilte. Die sogenannte Nekropole («Totenstadt») stammt aus der sogenannten Eisenzeit, in der die Menschen begannen, Eisen für Werkzeuge und Waffen zu verwenden.

Bei einem der Funde handelt es sich um das komplette Skelett einer rund 50-jährigen Frau. Ihr Grab enthielt reichen und intakten Trachtschmuck aus Bronze sowie mehrere Tongefässe. Bemerkenswert sei auch, dass die Frau schon zu Lebzeiten die meisten ihrer Zähne verloren hatte, erklärten die Forscher.

Dies sei ein deutliches Zeugnis für die äusserst prekären Lebensbedingungen, unter denen auch die Angehörigen der Elite zu leiden hatten.

Griechische Gefässe

In einem von der Zerstörung bedrohten, beschädigten Grab fand das Team einen wichtigen Mann aus der Oberschicht. Er war mit zahlreichen Insignien der Macht bestattet worden: Eine grosse Eisenaxt, mehrere bronzene Gewandschliessen, Ringe und Bernsteinanhänger.

Besonders fielen den Forschern ein grosser Bronzekessel und ein mit geometrischen Motiven bemaltes Mischgefäss für Wein und Wasser aus Keramik auf. Beide waren in Italien damals eigentlich noch fremd. Die Forschenden vermuten, dass sie sogar direkt aus der griechischen Welt importiert sein könnten.

Grabbeigaben wie diese seien Zeugnis intensiver Kontakte zwischen den Eliten Italiens und ihren Standesgenossen in Griechenland und im Vorderen Orient, schreiben die Forscher. Die Oberschicht der ansässigen Bevölkerung stand demnach bereits vor der griechischen Erschliessung Süditaliens im 8. Jahrhundert v. Chr. in engem Kontakt mit den Griechen sowie mit orientalischen Händlern und Seefahrern – allen voran mit den Phöniziern.

Die Lehr- und Forschungsgrabung fand in Kooperation mit der archäologischen Behörde Kalabriens statt und wurde vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt.