Art Basel

Art Unlimited zeigt in Basel überdimensionale Kunstwerke

Geladene Gäste und VIPs konnten am Montag die Kunstausstellung Art Unlimited begutachten. Die Projektschau ist dieses Jahr so gross wie noch nie: Sie umfasst 79 Werke, darunter das grösste je gezeigte Bild des US-Künstlers Matt Mullican.

Buntes Treiben auf dem Messeplatz. Aus allen Richtungen strömen chic gekleidete Damen und Herren herbei. Sie peilen ihr Ziel direkt an: der Lichterhof. Dort ist denn auch schon eine grosse Gruppe dicht zusammengerückt. Nur noch ein paar Minuten und die Securitas werden den Eingang freigeben zur Preview der Art Unlimited. Allerdings nur für geladene Gäste und VIPs.

Und da kommt auch schon das erste lebende Kunstwerk über den Platz gestakst. Unverkennbar: das Künstlerpaar Eva und Adele in ihren exzentrischen beige-pinken Damenkostümen, mit kahl geschorenen Köpfen und bunt geschminkten Gesichtern. Die Kunstmesse Art ohne die Berliner wäre keine Art. Natürlich warten auch sie auf Einlass in die neue Messehalle 1. Steht man mal im Rundhof, der abgesperrt ist mit weissen Seilen, die ein Spinnennetz bilden, warten Prosecco und Gin Tonic auf das Preview-Publikum. Ein Angebot, das man sich nicht entgehen lässt auf dem Weg in die Halle.

Ein Gemälde so gross wie noch nie

Das geladene Publikum – Stars und Sternchen sind auf jeden Fall keine dabei – verteilt sich rasch in der Halle. Die Performance-Arbeit «Strangers» der argentinischen Künstlerin Amalia Pica empfängt einem am Eingang. Zwei Leute, die sich noch nie begegnet sind, halten stundenlang gemeinsam eine Girlande. Man fragt sich: Kennen sie sich wirklich nicht oder ist das erfunden?

Zu einem der Highlights zählt das grösste je an der Art Unlimited ausgestellte Gemälde «Two into One becomes Three» von Matt Mullican. Es misst 22 mal 7 Meter und zeigt unter anderem Personen – vom Menschen im Anzug bis zu Strichmännchen. «Die Farben sind mir zu grell», kommentiert eine schrill gekleidete Dame in schwarzen Leggins, einem goldenen Mantel und einem Perret, auf dem silberne Nieten heften. Grell ist ein weiter Begriff.

Ein paar Meter weiter zeigt die Japanerin Chiharu Shiota eine Installation, die aus einem verkohlten Klavier und zwei Stuhlreihen in einem schwarzen Wollfäden durchzogenen Raum besteht. «Ich möchte herausspüren, wo sich ihr Preissegment befindet», sagt ein gestylter Besucher zu seinem Gegenüber. Dieser fängt an, ausführliche Erklärungen abzugeben.

Vor den Ausstellungsobjekten ist ein grosses Hallo im Gange – in allen Sprachen. Besucher treffen auf andere Gäste und begrüssen sich mit «nice to see you» oder «alle Jahre wieder». Man kennt sich.

Massgeschneidertes für die Kleinen

In Sachen Mode sind an der Art Unlimited erneut keine Grenzen gesetzt. Sogar der kleine Fünfjährige trägt einen massgeschneiderten beigen Manchester-Anzug. Dass es auch anders geht, beweist ein junger Mann, der die Halle mit kurzen Adidas-Hosen betritt, die freien Blick auf seine grossen Tattoos an den Unterschenkeln gibt. Er hat eine Sporttasche über den Schultern. Obwohl er optisch irgendwie doch aus dem Rahmen fällt, beachtet ihn niemand. Warum auch – schliesslich ist auch er nur extravagant gekleidet.

Da tauchen wieder Eva und Adele auf und posieren vor einer grossformatigen Aluminiumblechstruktur von Lygia Clark. Sie sind ein beliebtes Motiv für diejenigen Besucher, die ihren Fotoapparat dabei haben.

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