Die Gewerkschaft Syndicom scheiterte mit ihrer Bemühung, die Frist um zwei Monate zu verlängern, um eine anderweitige Lösung zu finden. Laut der zuständigen Gewerkschafterin Vreni Gramelsbacher lehnte die Unternehmensleitung der Basler Zeitung Medien (BZM) diesen Vorschlag bereits am letzten Freitag ab. «Das ist eine sehr schlechte Nachricht für die Angestellten», sagt Gramelsbacher. Per Ende März gehen über 100 Stellen verloren.

Schlechter Sozialplan

Da nun die Schliessung der Druckerei, die vor zwei Wochen angekündigt wurde, definitiv ist, werden Verhandlungen über den Sozialplan fällig. Die Druckereiangestellten gaben der Syndicom das Mandat, die Verhandlungen zu führen. Nur: Das lehnt die BaZ-Chefetage ab. Die Syndicom wird nur als Beobachterin zugelassen, wobei die Geschäftsleitung der BZM selbst bestimmen will, welche Gewerkschaftsmitglieder den Verhandlungen beiwohnen dürfen. «Wir wissen nicht wo oder wann wir dabei sein dürfen», sagt Gramelsbacher.

Auch wie es nun weiter geht, wissen die Gewerkschafter nicht genau. Bis Freitag wollen die BZM offenbar dem Basler Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) einen Sozialplan vorlegen. Laut Syndicom-Funktionärin Gramelsbacher sei dieser schlechter als jener aus dem Jahr 2010, als die BaZ ebenfalls Leute entliess. «Dies, obwohl man sich an den Sozialplan von damals anlehnen wollte.» Vreni Gramelsbacher bezieht sich auf ein Gespräch mit Ralph Lange, dem Vertreter der Personalkommission bei den BZM, das sie am Dienstag Nachmittag führte. Gramelsbacher kündet an: «Wir werden intervenieren.»

Angestellte wissen von nichts

Bei der BaZ war niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Auch Verwaltungsratspräsident Filippo Leutenegger wollte nichts sagen. Im Gegensatz zu den Gewerkschaften waren am späten Dienstagnachmittag die Angestellten der Druckerei noch nicht über den aktuellen Stand der Dinge informiert.