Der Fasnachts-Zyschtig ist der wildeste Tag der Fasnacht. Dann, wenn sich neben Kinderfasnacht und Guggenkonzert die ganze Kreativität der Fasnacht weit weg von Cortège und Comité Bahnen bricht, gibt es Raum für Freches und Unerwartetes. So auch eine Aktion zweier Traditionscliquen, welche für viel Aufsehen sorgte. Seit über 50 Jahren läuft der Dupf-Club am Dienstagabend in einem violetten Pierrot-Kostüm durch die Strassen. Diesen findet man aber auch im Logo einer zweiten Kleinbasler Männerclique: der Fasnachtsgesellschaft Olympia. Die beiden Cliquen verbindet noch ein weiteres Detail: Sie ruessen beide auf goldenen Trommeln. Einziger Unterschied ist die Richtung der schwarz-weissen Streifen auf dem Holzreif der Trommeln.

Olympia und der Dupf Club

Die Jagd auf den Olymper-Gloon

«Das hat mich auf eine Idee gebracht», sagt Niggi Safarik, Chef Fasnacht bei der Olympia. Die Olympia liess auf seine Idee hin für jedes Mitglied exakte Kopien jener Pierrot-Goschdyym anfertigen. Nach dem Znacht liefen nun plötzlich zwei Cliquen im gleichen Look durch die Gassen – wobei die einen von den anderen nichts wussten. Beim Grossbasler Brückenkopf der Rheinbrücke kam es zum Showdown: Der Dupf lief den Rheinsprung hinunter, als ihnen plötzlich die Olympia den Weg abschnitt. Diese drehte anschliessend und verfolgte den Dupf über die Mittlere Brücke ins Kleinbasel. Während der Dupf danach rechts zum «Spitz» abbog, lief die Olympia nach links ins Rotlichtviertel.

Die Tarnung war so gut, dass ein Dupf-Mitglied, welcher das Zusammentreffen wegen einer WC-Pause verpasst hatte, versehentlich mit der falschen Clique mitlief und den Fehler erst bemerkte, als beim Halt alle die Larven abzogen – und er niemanden erkannte.

Begeisterung auf beiden Seiten

Der Dupf nahm die Reverenz mit grossem Vergnügen entgegen und begab sich anschliessend ebenfalls in die Ochsengasse, wo er den Olympern beim Einlauf johlend Spalier stand. «Für uns ist das eine Ehrerweisung, wir fanden das super», freute sich Marc Spichty vom Dupfclub.

«Das Ganze kam super an», doppelt Dario Conti nach, Tambour bei der Olympia, der die Aktion mitgeplant hatte. Klar war auch, dass ab diesem Zeitpunkt die beiden Cliquen zusammen einen Zug bildeten – insgesamt waren also rund 170 Vorträbler, Pfeifer und Tambouren unterwegs. «Als ich um halb 5 Uhr morgens nach Hause ging, liefen immer noch rund 100 Personen zusammen», sagt Safarik. Gut möglich, dass auch nach der Fasnacht ein Funken dieser neuen Kooperation bestehen bleibt. Bereits kursieren die ersten Gerüchte über einen gemeinsamen Riemen am Bummelsunntig.