Wenn im Basler Totengässlein Leben einkehrt, dann ist entweder Fasnacht – oder Museumsnacht. Hier liegt, leicht versteckt, das Pharmazie-Historische Museum der Universität Basel. Als eine von 36 Institutionen lockte es am Freitag neugierige Besucher mit Infotainment an.

So stand man Schlange, um Handcrème herzustellen. Grossen Andrang erlebte auch das Antikenmuseum, wo man sich von Kleopatra höchstpersönlich in eine Pharaonin verwandeln lassen konnte, was bei Kindern besonders beliebt war. Denn auch wenn die Museumsnacht zum 18. Mal stattfand, also volljährig wurde: Sie richtete sich weiterhin auch an Jugendliche. Diese müssen keinen Eintritt bezahlen und machen erfahrungsgemäss mehr als ein Drittel der Besucher aus.

Im Kunstmuseum etwa konnte sie mit flüssigen Farben experimentieren, in einem Raum, der mit UV-Lampen beleuchtet war und mit Technobeats beschallt wurde. Im Neubau hingegen konnten sich die Eltern zu Klezmerklängen erfrischen – in der eigens eingerichteten Chagall-Bar.

Starker Einbezug des Publikums

Mitmachen und sich einmischen war auch in der Basler Kunsthalle angesagt, wo man beim Eingang ein Zettelchen ziehen konnte, auf dem eine Aktion beschrieben wurde: «Stehen Sie hin und strecken Sie die Arme aus, solange Sie können.» Damit wurden die Besucher selber zu Performancekünstlern.

Atemlos durch die Nacht, das galt für jene, die trotz «Druggede» noch rechtzeitig am nächsten Ort ankommen wollten, um ja nicht einen Programmpunkt zu verpassen, den sie sich – erstmals übrigens auch mithilfe einer Websitenfunktion – für ihre Route ausgesucht hatten.

Zum Beispiel die Präparation eines kleinen Vogels im Naturhistorischen Museum. Via Grossleinwand wurde man Zeuge davon, wie viel Fingerspitzengefühl die Museumsfachleute, die sonst hinter den Kulissen tätig sind, bei ihrer Arbeit an den Tag legen.

Atemlos konnte man aber auch einfach vor Anmut sein. Im Münster, wo Orchestermusiker spielten. Oder im Kreuzgang, wo Kerzen flackerten und es zeitweise so magisch still war, dass es einem fast den Atem verschlug.