Am Dienstag kurz vor 11 Uhr flog beim Bahnhof Saint-Louis ein Stein in die Scheibe eines stehenden Trams, wie ein Sprecher der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) zur Nachrichtenagentur SDA sagte. Die BVB hätten daraufhin entschieden, die Linie nicht bis Saint-Louis zu bedienen, bis die lokalen Behörden den Vorfall geklärt haben. Kurz nach 12 Uhr fuhr die Linie 3 wieder fahrplanmässig über die Grenze.

Der Vorfall war nicht der erste auf diesem Abschnitt. Schon «seit einigen Wochen» würden bei jener Endstation «vermehrt Fälle von Vandalismus» registriert. Deshalb fahren die 3er seit Anfang Monat abends ab 20 Uhr auf französischem Boden mit zwei Personen eines Sicherheitsdienstes an Bord. BVB-Mediensprecher Benjamin Schmid sagt: «Auf Grund mehrerer Vorfälle von Vandalismus und entsprechenden Schäden an unserer Infrastruktur haben wir uns entschieden, abends in Begleitung von Sicherheitspersonal nach Saint-Louis zu fahren.» Die Informationshoheit zu den einzelnen Vandalismusfällen rund um den Bahnhof Saint-Louis liegt bei der französischen Polizei.

An BVB-Fahrzeugen und -Infrastruktur seien lediglich kleinere Schäden entstanden, so sei das Display eines Billett-Automaten eingeschlagen sowie mehrfach missbräuchlich die Notbremse gezogen worden. «Einerseits sind es diese konkreten Vorfälle, zu denen wir auch den Steinwurf von heute zählen, die zu unserm Entschluss führten, andererseits ist es auch präventiv, um die Sicherheit unseres Fahrpersonals sowie unserer Fahrgäste weiterhin sicherzustellen», sagt Schmid. 

Ärger am Wochenende

Die Sicherheitsleute haben die BVB bei einer Schweizer Firma gebucht. Sie sind unbewaffnet im Tram unterwegs. Der Elsass-Einsatz entspricht laut dem Sprecher etwa dem Sicherheitsaufwand im üblichen Nachtnetz des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW).

Seither habe sich die Situation «insbesondere tagsüber und unter der Woche» gebessert, wie weiter zu erfahren war. Die Bewachung der Basler Trams auf Elsässer Boden werde am Freitag- und Samstagabend bis auf weiteres weitergeführt. Die BVB stünden in engem Kontakt mit den dortigen Behörden.

Während der Schaden an der Tramscheibe laut BVB «nicht sehr gross» ist, kostete das Sicherheitspersonal allein während den ersten beiden Wochen «einen hohen vierstelligen Betrag». Heruntergefahren auf das Wochenende fallen nun entsprechend tiefere Kosten an.

3er ein Jahr unterwegs

Der Abschnitt von Basel via Bourgfelden (F) nach Saint-Louis (F) war vor einem Jahr eingeweiht worden. Die Tramverlängerung solle den Zusammenhalt in der Region stärken und Dynamik in die bilaterale Beziehung bringen, hatte es bei der Feier geheissen. Eine frühere Tramlinie nach Saint-Louis war vor 60 Jahren eingestellt worden.

Auf den neuen 3,1 Kilometern Schienen bis nach Saint-Louis fährt vorerst jedes zweite Tram, also tagsüber eines alle 15 Minuten. An der Endstation ist zudem eine Park+Ride-Anlage mit 740 Parkplätzen gebaut worden. Mitsamt dieser kostet das Projekt 91,3 Millionen Franken. Mit dem P+R sollte der 3er Elsässer Pendler aufs Tram bringen. (huf/sda)