Jodlerfest 2020

Auch Basel hat Berge zum Jodeln

Mit dem Münster als Auftrittsort steht das OK noch in Verhandlung. Die Mitglieder Erik Julliard, Karin Niederberger, Präsident Carlo Conti und Daniel Buser.

Mit dem Münster als Auftrittsort steht das OK noch in Verhandlung. Die Mitglieder Erik Julliard, Karin Niederberger, Präsident Carlo Conti und Daniel Buser.

Mit grosser Vorfreude fanden sich am Mittwoch viele Jodlerinnen und Jodler im Schmiedenhof ein, um sich auf das Fest einzustimmen, das exakt in einem Jahr stattfindet.

Alle 15 Jahre trägt der Nordwestschweizer Jodlerverband (NWSJV) als einer von fünf Sektionen des Eidgenössischen Jodlerverbands das Eidgenössische Jodlerfest aus. Normalerweise finde es dann im Aargauischen oder im Solothurnischen statt, berichtete Daniel Buser, OK-Mitglied der 31. Veranstaltung vom 26. bis 28. Juni 2020 in Basel und Moderator der Pressekonferenz im Schmiedenhof am Mittwochabend, genau ein Jahr vor Beginn. Dieses Mal habe Basel die Ehre erhalten.

Der «treibenden Kraft» des Alphornbläsers Thomas von Arx, ebenfalls OK-Mitglied, sei es vor allem zu verdanken, dass dieses urige Traditionsfest der Schweiz nach fast einem Jahrhundert wieder an seinen Ursprungsort zurückkehrt: 1924 fand das erste Eidgenössische Jodlerfest in Basel statt, wie Buser in Erinnerung rief, weil nach dem Ersten Weltkrieg viele Schweizer, darunter viele Berner, nach Basel gekommen seien, um hier zu arbeiten, etwa bei den SBB oder in der Chemie. 20 Jodlerclubs habe Basel zu Höchstzeiten gehabt. Heute gibt es noch deren fünf.

Der ehemalige Basler Regierungsrat Carlo Conti begründete sein rein privates Engagement als OK-Präsident dann auch mit seiner Sorge über ein Auseinanderdriften von Stadt und Land in der Schweiz: Diese Erfahrung habe er als Politiker gemacht: «Ein solches urkulturelles Ereignis im Herzen der Industriestadt Basel ist das stärkste Zeichen für die Verbundenheit von Stadt und Land.»

Und «im Herzen» Basels wird das Jodlerfest auch stattfinden: Erik Julliard, Geschäftsführer des Fests, erläuterte den geografischen Umfang: Das grosse Jodlerdorf wird sich auf dem Petersplatz befinden; doch auf allen Plätzen und Gassen des Spalenbergs bis hin zum Leonhardstapfelberg erhoffen sich die Veranstalter eine lebendige «Jodlermeile». Genüsslich zählte Julliard alle «Berge» in den Strassennamen auf, um der NWSJV-Präsidentin Karin Niederberger mit Humor zu demonstrieren, dass auch Innerschweizer Jodler kein «Heimweh nach Bergen» haben müssten.

Die Jodlerkonzerte selbst finden in verschiedenen Kirchen zwischen Paulus- und Elisabethenkirche statt; mit dem Münster ist das OK noch immer in Verhandlung. Die Alphornbläser und Fahnenschwinger, die zu jedem Jodlerfest dazugehören, werden eher in Turnhallen und im Freien auftreten. Ein grosser Auftritt ist ausserdem auf dem Marktplatz geplant. Neben der Eröffnungs- und Abschlussfeier bildet der grosse Festumzug über den Marktplatz bis zum Messeplatz den Höhepunkt.

Julliard ist sich aus den Erfahrungen seiner Tattoo-Produktionen sicher: «Die ganze Schweiz geht gerne auf grosse Umzüge.» Die Veranstalter rechnen mit bis zu 150'000 Besucherinnen und Besuchern am Festwochenende.

Neben den hauptberuflichen Mitarbeitern der Tattoo-Geschäftsstelle, die diese Aufgabe auch für das Jodlerfest übernehmen, sind laut Conti 50 Ehrenamtliche im OK aktiv. Für den eigentlichen Anlass werden noch wesentlich mehr ehrenamtliche Helfer gesucht, die sich online anmelden können (unter jodlerfestbasel.ch). Typisch für Basel, erklärte Conti ausserdem, wird es das übliche Festabzeichen in drei Varianten geben: «Ich hoffe, dass viele Basler mit diesem Abzeichen ihre Verbundenheit zeigen.»

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