Seit dem 1. Januar 2018 ist die «Basel Card» mit Halbpreis-Eintritten in Basels Museen oder den Zoo sowie Gratisfahrten mit Fähre, Tram und Bus für Touristen in Basel kostenlos. Zuvor bezahlte man für eine Karte 20 Franken. Das Angebot der Vergünstigungen, das jeder Gast erhält, wird seit Jahresbeginn rege genutzt – mit stark steigender Tendenz. Dies ergibt eine erste Zwischenbilanz von Basel Tourismus auf Anfrage der bz.

In der Zeit von Januar bis und mit Mai 2018 wurden mehr als 53'600 Einlösungen der vergünstigten Attraktionen über alle Partner exklusive der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) registriert, davon alleine 15'275 Einlösungen im Mai. Philipp Schmid von Basel Tourismus sagt: «Die Basel Card wird besser genutzt als von uns erwartet. Damit sind wir dem Ziel, mit der Karte den Freizeittourismus in Basel besonders an den Wochenenden zu fördern, ein Stück näher gekommen.» Für die Sommermonate Juni, Juli und August rechne man mit noch mehr Einlösungen wie im Mai, so Schmid.

Fähren schwingen obenauf

Ein Ranking der zehn am meisten genutzten Angebote zeigt: Eine Fahrt mit einer der vier Basler Fähren lassen sich die wenigsten Touristen entgehen. Die «Münsterfähri» belegt mit mehr als 13'000 Einlösungen von Januar bis und mit Mai 2018 mit deutlichem Abstand den ersten Platz, gefolgt vom Zoo Basel, dem Kunstmuseum, der «Klingentalfähri», der «Dalbefähri» und dem Tinguely-Museum. Wobei anzumerken ist, dass es sich bei den Fähren um eine Gratisfahrt handelt, beim Kunstmuseum und Zoo lediglich um einen um 50 Prozent ermässigten Eintritt.

«Wir haben damit gerechnet, dass die Fähren sehr beliebt sein werden», sagt Schmid dazu. Die Karte dient Basel Tourismus auch als Marketinginstrument. Mit ihr kann das Nutzverhalten der Touristen nachverfolgt werden, also zum Beispiel, welche Museen gerne besucht werden, welche Nationalitäten vertreten sind und ob die Karte auch von Geschäftstouristen gebraucht wird. Letzteres hielte sich noch in engen Grenzen, sagt Schmid, «aber für eine Fahrt auf einer Fähre reicht die Zeit auch bei diesen Gästen oftmals aus». Der Einsatz der Basel Card sei übrigens aus Sicht des Datenschutzes unbedenklich: «Wir arbeiten nicht mit Namen, werten mit anonymen Daten aus,» so Schmid.

Und was sagt die Basel Card über die Gäste in unserer Stadt nun aus? Für eine handfeste Aussage sei es noch zu früh, sagt Schmid. «Die ersten Auswertungen laufen. Im Juli werden wir eine Bestandesaufnahme machen und ein erstes Fazit ziehen sowie das weitere Vorgehen festlegen.» Unter anderem werde diskutiert, die Basel Card auch in digitaler Form anzubieten, etwa als Walletlösung auf dem Mobiltelefon.

Wichtige Daten

Die Basel Card wird über die Gasttaxe finanziert, die ab Januar von 3.50 auf vorerst 4 Franken pro Übernachtungsgast erhöht wurde. 40 Rappen davon kommen der Basel-Card-Finanzierung zugute, was unter anderem ihren jetzigen kostenlosen Status ermöglicht hat. Sie soll neben den Vergünstigungen und der Marktanalyse auch ermöglichen, ein zentrales Meldewesen betreffend Übernachtungsgäste einzuführen. Dies kommt insbesondere den Hoteliers zugute, weil ein solch unkomplizierteres Verfahren weniger Aufwand bedeutet. Die Daten werden vom Statistischen Amt und auch von der Polizei verwertet. Man sei diesbezüglich an der Planung dran, sagt Schmid, ohne konkreter zu werden.