Einsprachen

Auch der Heimatschutz will das neue Klinikum 2 verhindern

Der Heimatschutz zweifelt daran, dass das neue Klinikum 2 die heutige Situation (Foto) beim Unispital verbessern würde.

Der Heimatschutz zweifelt daran, dass das neue Klinikum 2 die heutige Situation (Foto) beim Unispital verbessern würde.

Gegen den Bebauungsplan für den Neubau des Klinikums 2 des Basler Unispitals sind zwei Einsprachen eingegangen. Eine davon kommt aus der Feder des Basler Heimatschutzes. Dieser zweifelt an der Planung und bemängelt, geltendes Recht würde missachtet.

Damit das Basler Universitätsspital das neue Klinikum 2 inklusive Bettenhochhaus bauen kann, braucht es einen neuen Bebauungsplan für das Areal. Letzte Woche lief die Auflagefrist für diese rechtliche Planungsgrundlage ab. Auf Anfrage nennt das Basler Bau- und Verkehrsdepartement lediglich die Zahl der Einsprachen, die gegen den Bebauungsplan eingetroffen sind: Zwei. Das entspricht der Anzahl Organisationen, die sich in Basel vehement für den Denkmalschutz engagieren.

Wie der Basler Heimatschutz auf Anfrage bestätigt, hat er, wie bereits zu Beginn der Planauflage angekündet, Einsprache eingereicht. Die andere Einsprache stammt aus der Feder der Freiwilligen Denkmalpflege, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtete. Beide haben ähnliche Bedenken: Der Neubau des Klinikums 2 inklusive Bettenhochhaus beeinträchtige die Baudenkmäler Markgräfler- und Holsteinerhof, die Predigerkirche und das Klinikum 1.

Vorwürfe an die Behörden

Die Einsprache des Basler Heimatschutzes, die der bz vorliegt, stellt den geplanten Neubau grundsätzlich infrage: Er weist die ganze Planung als ungenügend zurück. Der Heimatschutz bezieht sich auf das kantonale Denkmalschutzgesetz. Dort steht, eingetragene Denkmäler dürften in ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt werden. Umgebung meint den näheren «Sichtbereich des Denkmals». Weil der geplante Neubau viel höher werde als der First der Predigerkirche, sei diese gesetzliche Vorgabe nicht erfüllt; die Kirche werde degradiert zu einer Spielzeugproportion. «Es ist ein ganz sensibler Bereich», sagt Paul Dilitz, Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes. Er streitet nicht ab, dass die Baudenkmäler heute bereits stark durch das bestehende Klinikum 2 beeinträchtigt sind, verweist aber darauf, dass es die heutigen Gesetze noch nicht gegeben habe, als dieses gebaut wurde. «Wenn man heute etwas Neues baut, muss es die Situation verbessern. Wir zweifeln aufgrund der Masse des geplanten Gebäudes, dass die Situation verbessert wird.» Hinzu komme, dass das Areal, auf dem im Endausbau zwei Hochhäuser gebaut werden sollen, innerhalb der historischen Stadtmauern von 1400 liege. «Der Bau von Hochhäusern ist in diesem Bereich nicht akzeptabel.» Darauf habe der Heimatschutz bereits im Vorfeld der Planung Campus Gesundheit hingewiesen (die bz berichtete).

Damit nicht genug: Die Heimatschützer wärmen ihre alte Kritik von 2013 am Architekturwettbewerb auf, aus dem das Projekt Arcadia der Zürcher Architekten Giuliani und Hönger als Sieger hervorging, und fordern auch eine Überarbeitung des zweitprämierten Projekts der Basler Architekten Herzog und de Meuron. Radikaler als die Einsprache ist die aktuelle Ausgabe des Mitteilungsblatts. Darin wird behauptet, es habe kein richtiger Architektur-Wettbewerb stattgefunden. «Unser Problem ist, dass ein Projekt gewinnen kann, das sich über das Denkmalschutzgesetz hinwegsetzt», sagt Dilitz. «Für uns ist die Frage, ob so ein Projekt überhaupt prämiert werden darf und ob man bei einer Ausschreibung den Denkmalschutz nicht stärker thematisieren müsste.» Ein Knackpunkt ist aus seiner Sicht das grosse Volumen, das im Wettbewerb vorgegeben war. Allerdings hat das Universitätsspital mehrfach betont, das Gebäudeprogramm sei notwendig für einen zeitgemässen Spitalbetrieb. Der Neubau des Klinikums 2 wird somit zu einem Grundsatzentscheid für das Basler Universitätsspital. «Wir äussern uns nicht grundsätzlich zur Spitalpolitik», sagt Dilitz weiter.

Nächster Halt: Grosser Rat

Das Bau- und Verkehrsdepartement kommentiert die Vorwürfe nicht. Man gehe davon aus, dass das Wettbewerbs- und Planungsverfahren korrekt abgelaufen sei. Auch das Universitätsspital Basel äussert sich nicht zur Kritik und verweist auf Verfahren, die abgeschlossen sind: «Für den Bebauungsplan gab es eine interne Vernehmlassung, an der auch die kantonale Denkmalpflege beteiligt war», sagt Martin Jordan, Unispital-Mediensprecher. «Zu kritisieren, der Plan entspreche nicht dem Gesetz ist auch ein Vorwurf, die kantonale Denkmalpflege habe ihre Arbeit nicht gemacht.» Nun sei die Planung bereits einige Schritte weiter.

Als Nächstes folgen die Einspracheverhandlungen. Danach wird der Bebauungsplan dem Grossen Rat vorgelegt. Der Kanton und das Unispital hoffen, dass das noch dieses Jahr der Fall sein wird.

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