Universität Basel

Auch die Professoren haben ein Renten-Loch

Auch die Universität kämpft mit ihrer Pensionskasse.  niz

Auch die Universität kämpft mit ihrer Pensionskasse. niz

Im Frühling 2010 beschloss der Unirat, die Pensionskasse zu sanieren. Doch das Geschäft hängt in den Instanzen fest. Inzwischen ist die Unterdeckung weiter angewachsen.

Die Pensionskasse des Basler Staatspersonals (PKBS) muss saniert werden. Vor einer Woche berichtete der «Sonntag» darüber, und nachdem Politiker neue Vorstösse dazu eingereicht haben, bezog auch Finanzdirektorin Eva Herzog Stellung dazu. Ähnlich ist die Situation bei den Staatsangestellten im Baselbiet. Dort ist das Loch in der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) noch deutlich grösser als in Basel. Die Regierung schiebt das Geschäft seit längerem vor sich her.

Was bisher nicht bekannt war: Auch die Universität Basel, die von beiden Kantonen gemeinsam getragen wird, kämpft um die Deckung der Renten ihrer Angestellten. Ihre Pensionskasse wird von der PKBS geführt, allerdings mit einer eigenen Rechnung. Und einer grösseren Unterdeckung. Denn der letzte Schritt der Ausfinanzierung, wie er bei den Staatsangestellten vor einem Jahr stattgefunden hat, wurde bei der Universität noch immer nicht umgesetzt. Entsprechend gross ist das Loch.

Dabei liegt schon seit langem ein Sanierungskonzept vor. Ähnlich wie beim Kanton Basel-Stadt – und voraussichtlich wohl dereinst auch auf dem Land – soll der Staat das fehlende Kapital einschiessen. Anschliessend sollen die Versicherten über monatliche Zusatzbeiträge ihre Schuld abstottern. Ausgangspunkt war ein Loch von 75,7 Millionen Franken Ende 2009, wie Christoph Tschumi, Verwaltungsdirektor der Universität, auf Anfrage des «Sonntags» erklärt.

Wenig ist passiert

Im Frühling 2010 beschloss der Universitätsrat, das Sanierungspaket umzusetzen. Seither ist jedoch wenig passiert. An den Fachleuten scheint es nicht zu liegen. Mitarbeiter von Universität und Pensionskasse betonen, alles getan zu haben, um das Projekt voranzutreiben.

Inzwischen ist das Loch weiter angewachsen. Anfang Jahr lag der Deckungsgrad der von der PKBS verwalten Universitäts-Pensionskasse noch bei 91 Prozent. Bis zum heutigen Zeitpunkt dürfte er auf gegen 85 Prozent gesunken sein. Bei einem Deckungskapital von rund 650 Millionen Franken bedeutet das einen Fehlbetrag von gegen neunzig Millionen Franken.

Uni-Direktor Tschumi hofft, dass das Sanierungspaket entsprechend angepasst wird. «Ideal wäre eine flexible Lösung, wonach jene Deckungslücke ausgeglichen wird, welche zum Zeitpunkt der Parlamentsbeschlüsse besteht», sagt er. Ob die Vorlage derzeit so aussieht, sagt er nicht. Es ist zu vermuten.

Geschäft hängt fest

Das Geschäft hängt nun zwischen dem Partnerschaftsausschuss der beiden Kantone, der es abgesegnet hat, und den Kantonsregierungen fest. Im Baselbiet befinde es sich in einer internen Vernehmlassung, sagt Tschumi. Die Vertreter der beiden Kantonsregierungen wollten sich zum Stand des Verfahrens nicht äussern und verweisen auf künftige Medienmitteilungen.

Dem Vernehmen nach bremst vor allem das Baselbiet, das mit dem kantonalen Entlastungspaket und der Sanierung
der Basellandschaftlichen Pensionskasse schon genug Finanzprobleme wegzuzaubern hat. Immerhin steht die Basellandschaftliche Pensionskasse im Fall der Uni für einmal nicht ganz so schlecht da. Auch sie verwaltet einen Teil der Renten, sei die Universität befristet angestellte Mitarbeiter in Liestal versichern lässt. Doch mit gerade mal sieben Prozent des Kapitals sind diese eine finanzielle Nebensache. Und dies bei einem deutlich höheren Deckungsgrad.

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