Die Berichterstattung der bz rund um die Probleme im Basler Sport hat die Politik aufgeschreckt. In den vergangenen Tagen berichtete diese Zeitung über personelle Unruhen rund um das Gartenbad-Personal beim St. Jakob, marode Sportanlagen und ein einst erstelltes, inzwischen aber verschwundenes Sportstätten-Konzept. Am Donnerstag nahm zudem der aktuelle Sportamt-Chef Peter Howald kein Blatt vor den Mund und stellte sich gegen seine eigenen Vorgesetzten – auch Regierungsrat Conradin Cramer (LDP).

Nun werden sich Parlament und Regierung mit der Thematik befassen müssen. SVP-Grossrat Joël Thüring reicht eine Interpellation ein. Diese dreht sich hauptsächlich um das nie veröffentlichte Sportstätten-Konzept. «Wieso wurde das «Sportstätten-Konzept Basel-Stadt» nie finalisiert und veröffentlicht, obschon das Sportgesetz dies bereits seit Jahren vorschreibt?», ist die erste einer Serie Fragen. Zudem muss die Regierung vorlegen, wie viel die Erstellung dieses Papiers gekostet hat. Für Unmut sorgen bei Thüring auch die Aussagen Howalds in der bz: «Ist es üblich, dass sich beim Erziehungsdepartement Abteilungsleiter für eine Beurteilung von Vorgesetzten an die Öffentlichkeit wenden können?»

Auch die SP ist aktiv geworden, wenn auch in eine andere Stossrichtung. In einer bereits am Donnerstag versandten Medienmitteilung kritisiert die wählerstärkste Basler Partei das Erziehungsdepartement als «passiv» und wirft ihm «Planungsversagen» vor. «Bis heute hat es das Erziehungsdepartment versäumt, auf Herausforderungen mit einem Gesamtkonzept zu reagieren, mit der Folge, dass bestehende Sportinfrastruktur vernachlässigt wird, zunehmende Nachfrage zu Kapazitätsengpässen führt und Zukunftstrends verschlafen werden», schreibt die SP.

Sechs-Monate-Frist

Die zeichnenden Grossräte Thomas Gander und Tanja Soland pochen auf das seit 2011 geltende Sportgesetz. Dieses fordere «klipp und klar», dass der Kanton ein Sportkonzept ausarbeite: «Die SP-Fraktion wird daher mit einer Motion endlich das Vorlegen der seit mehreren Jahren überfälligen Sportstättenstrategie innerhalb von sechs Monaten verlangen.» In diesem müsse konkret erkennbar sein, welche Massnahmen und welcher Investitionsbedarf der Kanton für bestehende und neue Anlagen vorsieht und wie die Sportstättenplanung auch in der städtischen Arealentwicklung berücksichtigt wird.