Jahreskonferenz

Auch Handelskammer würde einen Campus in Liestal begrüssen

Handelskammer-Chef Franz Saladin hält die geplante Verschiebung von bis zu 3000 Studierenden nach Liestal für eine gute Idee.

Handelskammer-Chef Franz Saladin hält die geplante Verschiebung von bis zu 3000 Studierenden nach Liestal für eine gute Idee.

Der Wirtschaftsverband spricht sich deutlich für einen Standort der Universität Basel im Baselbiet aus: Es sei absolut in Ordnung, dass auch der Kanton Baselland einen Teil der Universität bekomme, sagte gestern Franz Saladin, CEO der Handelskammer beider Basel an der Jahrespressekonferenz des Verbandes.

Saladin bekräftigte damit eine Aussage, die er zu Jahresbeginn in einem Interview mit der bz machte. Dem Kanton würde das zustehen, und es würde sich einreihen in das Tropical and Public Health Institute, welches nach Allschwil kommt, sowie das Department Biomedical Engineering der Medizinischen Fakultät der Universität Basel, welches im neuen Schweizer Innovationspark (SIP) Region Nordwestschweiz angesiedelt ist. Die Realisierung des SIP wurde nicht zuletzt auch stark von der Handelskammer beider Basel (HKBB) vorangetrieben. Die Distanz Basel–Liestal würde wegen der guten Bahnanbindung nicht ins Gewicht fallen.

Seit der Abschaffung des Mindesteurokurses im Januar 2015 haben sich die Bedingungen der Firmen in der Region verschlechtert. Anfänglich herrschte noch ein gewisser Optimismus, doch die negativen Effekte kamen mit einer zeitlichen Verzögerung. «Seit Herbst 2015 hat sich das Bild eingetrübt», sagte Thomas Staehelin an der Jahresmedienkonferenz der Handelskammer beider Basel. Seine Aussage basiert auf einer Online-Umfrage der HKBB bei rund 150 Firmen unterschiedlichster Grösse. Nur noch 29 Prozent der befragten Firmen beurteilt den Geschäftsgang als gut – 13 Prozentpunkte weniger als noch im Herbst. Das Attribut «unbefriedigend» oder «schlecht» verwenden rund ein Viertel aller Firmen (Herbst: 16 Prozent). Etwas besser steht laut Umfrage die Pharma- Lifesciences und Chemieindustrie da (89 Prozent «gut» oder mindestens «befriedigend»). Man erzählt nichts neues, dass der Detailhandel ächzt. Zunehmend gehen auch Unternehmen dazu über, sich im Ausland mit Schweizer Ware einzudecken, da diese dort billiger zu haben ist.

Dann sehen sich auch Dienstleister (Beratung etc.) und Anwaltskanzleien verstärkt unter Druck der internationalen Konkurrenz. «Was wir heute haben, ist eine Margen-Rezession», sagt Staehelin. Die Aussichten für das laufende Jahr sind relativ stabil, und die Handelskammer gewann den Eindruck, dass sich die Firmen allmählich mit der neuen Währungssituation arrangiert haben. Das ist einer der ganz grossen Vorteile der hiesigen Industrie: «Sie ist enorm anpassungsfähig», sagte Staehelin. Die laufenden Investitionen im Life-Science-Sektor trügen zur konjunkturellen Stabilisierung bei. Konkret wären da vor allem die Bauinvestitionen von Roche in Basel und Kaiseraugst, Baloise beim Bahnhof und Helvetia National an der St. Alban-Anlage zu nennen.

Milchkuhinitiative: Schwindel

Die Milchkuhinitiative, die eine Umverteilung von 1,5 Milliarden Franken von der Bundeskasse in die Strassenkasse verlangt, sei ein glatter Schwindel. Seit 1970 haben sich die Mineralölsteuern halbiert. Die Finanzstabilität der Schweiz würde gefährdet und vielleicht auch die äusserst wichtige Unternehmensteuerreform. Diese müsse unter allen Umständen und baldmöglichst umgesetzt werden.

Ein zweites Nein gibt es zum bedingungslosen Grundeinkommen. Es sei eine Utopie, die in die völlig falsche Richtung gehe. Es würde zu einem massiven Rückgang der Wirtschaftsleistung und der Konkurrenzfähigkeit kommen, weil die Mehrwertsteuer erhöht werden müsste, ist der Wirtschaftsverband überzeugt.

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