«Was ich hier höre, verletzt mich.» Basta-Grossrätin Sibel Arslan ging die Parlaments-Diskussion über die Jungbürgerfeier sichtlich zu Herzen. Arslan gehörte zur Mehrheit derer, die einen Vorstoss von Emmanuel Ullmann (GLP) nicht abschreiben wollten.

Dieser fordert, an der basel-städtischen Jungbürgerfeier sollten in Zukunft auch hier geborene, aber nicht eingebürgerte Ausländerinnen und Ausländer teilnehmen können, die ihren 18. Geburtstag feiern. Das Präsidialdepartement muss nun ein Konzept erarbeiten, wie eine solche Feier aussehen könnte.

Dagegen stemmten sich die Bürgerlichen. Und auch die Regierung schrieb in ihrem ersten Bericht, man solle den Anlass so belassen, wie er ist. Denn die Basler Zünfte und Korporationen sprechen sich dagegen aus - sie finanzieren die Feier alljährlich in hohem Masse mit und opfern ihr Hunderte von Stunden Freiwilligenarbeit.

David Jenny (FDP) erklärte, die Feier diene dazu, junge Staatsbürger in den Kreis der politisch mündigen Bürger aufzunehmen. «Sonst ist es eben eine Volljährigkeitsfeier. Aber die braucht nicht der Staat zu organisieren, der hat keinen generellen Feierauftrag.»

Ausländer könnten und würden ja auch an der Feier teilnehmen. Diese wird nämlich nach dem Festessen zu einer Party, zu der jeder Jungbürger zwei Freunde - mit oder ohne Schweizer Pass - einladen kann.

Feier ohne Sinn und Zweck

Die Argumentation der Bürgerlichen war simpel: Inhalt des Festes sei es, das neu erlangte Bürgerrecht der Eingeladenen zu feiern. Also mache es keinen Sinn, Leute einzuladen, die dieses nicht besitzen.

Das Hauptargument der Regierung dagegen lautete, dass der Staat nur unter erheblichen Mehrkosten eine Volljährigkeitsfeier organisieren könnte, wenn die Zünfte, wie angekündigt, dabei nicht mehr mitmachen würden. Konkret rechnet Regierungspräsident Guy Morin damit, dass statt eines dreigängigen Festessens mit Rahmenprogramm und anschliessender Party in Zukunft nur noch ein Apéro und eine Party möglich sein werden. Der Kanton müsste dafür statt wie bisher 60 000 neu 85 000 Franken springen lassen und eine Eventfirma anheuern. «Denn die Gegner der Jungbürgerfeier haben den Tatbeweis nicht angetreten, dass sie hier gratis mitarbeiten würden, wie dies die Zunftbrüder tun», meinte Jenny.

Und er fügte an: «Hier wird aus Ressentiments gegen die Zünfte etwas Bewährtes abgeschafft und durch etwas Teureres, Schlechteres ersetzt.» In der Tat, im Grossen Rat klang immer wieder Kritik an den Zünften an, die sich im linken Lager keiner grossen Beliebtheit erfreuen. Wie das Konzept für die neue Feier im Detail aussehen soll und wer sie durchführt, muss sich nun noch herausstellen. Erstmals stattfinden könnten sie frühestens 2015.