Dreispitz
Auf dem Dreispitz-Areal steht jetzt eine Rakete

Basel hat eine Rakete. Doch am Rheinknie soll keine Raumfahrt betrieben werden: Vielmehr handelt es sich um einen Containerbau der Christoph Merian Stiftung, der heute auf dem Dreispitz eröffnet wird. Er bietet Jungunternehmern Raum für günstige Ateliers.

Eva Wieser
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Die Rakete auf dem Dreispitz hebt ab.

Die Rakete auf dem Dreispitz hebt ab.

Zur Verfügung gestellt

Die Rakete inklusive Cockpit der Christoph Merian Stiftung (CMS) ist eröffnet: Wen will sie damit auf den Mond schiessen? Niemanden. Viel mehr geht es darum, mit dem Containerbau der Kreativwirtschaft Raum zu bieten. Für knapp 500 Franken Miete können Jungunternehmer auf 25 Quadratmetern ihr Atelier einrichten. «Es sind bereits alle Container vermietet», sagt Toni Schürmann, Verantwortlicher für die Kommunikation bei der CMS.

Nicht jeder darf mitfliegen

Wer mit der Rakete künstlerisch abheben möchte, muss bestimmte Anforderungen erfüllen: «Wir wollen Start-up-Unternehmer aus verschiedenen Branchen unterstützen. Wichtig ist, dass ein Austausch zwischen den Mietern stattfindet und diese die Rakete beleben», erklärt Schürmann das Konzept. Dieses ist weder neu erfunden noch einzigartig für die Stadt Basel. Dennoch ist das Interesse der Kreativschaffenden an den Räumen gross. Schürmann führt dies vor allem darauf zurück, dass die Atmosphäre in der Rakete angenehm sei.

Davon kann sich überzeugen, wer am Freitagabend anlässlich der offiziellen Eröffnung die Rakete besucht. Einblick in alle 39 Container wird den Interessierten jedoch nicht geboten. Im Mittelpunkt stehen vor allem 6 Container - das sogenannte Cockpit. Darin präsentiert die CMS ein Architekturmodell zur Entwicklung des Dreispitz, welches regelmässig aktualisiert wird. Das Innenleben der Rakete abseits des Cockpits kann die Öffentlichkeit im Juni besichtigen. Arbeiten, welche in den Containern entstehen, sollen am Tag der offenen Tür gezeigt werden.

Lärmige Übergangsphase

Im Vergleich zu Weltall-Raketen, welche in der Regel keine angenehme Atmosphäre verbreiten, sondern diese verlassen sollen, kostete die Dreispitz-Rakete deutlich weniger: Zwei Millionen Franken wendete die CMS auf, um die Kreativwirtschaft auf dem Dreispitz zu unterstützen.

«Nun schreiben wir mit der Rakete eine schwarze Null», freut sich Schürmann. Insgesamt ist er über die Entwicklung des Dreispitz im Bereich Kunst zufrieden: «Mit dem Kunstfreiraum im Osten des Gebietes geht es vorwärts.» Momentan sei es noch schwierig, nicht von einem Betonmischer überfahren zu werden. «Wenn die lärmige und staubige Übergangsphase beendet ist und die Rohbauten fertig sind, wird in die jetzige Baustelle Leben einkehren», ist Schürmann überzeugt.

Noch im November war die Rakete eine Baustelle. Container um Container wurden im Stundentakt angeliefert und zu einem Ganzen zusammengefügt. Einen Monat später hauchten die ersten Mieter der Rakete bereits Leben ein. Ab März ist nun die Crew der Rakete komplett, um gemeinsam durchzustarten.