Basel

Auf dem Landauer geht ein Katzenmörder um

Das Büsi muss vorsichtig sein. Ein Tierhasser geht um. archiv/Walter Schwager

Das Büsi muss vorsichtig sein. Ein Tierhasser geht um. archiv/Walter Schwager

Katzenbesitzer im Gebiet Landauer sollten die Augen offenhalten. Ein Unbekannter streut dort Giftköder aus. Fünf Katzen sind bisher dem unbekannten Täter zum Opfer gefallen

Bereits Mitte Mai haben Anwohner des Quartiers sich mit Verdachtsfällen an das Veterinäramt Basel-Stadt gewandt. Jetzt bestätigt der Kantonstierarzt: Die Tiere wurden vergiftet.

Gezielt Köder gelegt

Meldungen über angeblich ermordete Katzen, die Büsi-Besitzer in Angst und Schrecken versetzen, gibt es immer wieder: Besorgte Nachbarschaftsbriefe werden verschickt, in denen von «Tierquälern» und «Katzenhassern» die Rede ist.

Meist stecken dahinter nur Verdachtsfälle, die einer Überprüfung nicht standhalten. Dieses Mal ist es anders. Heute hat das Veterinäramt Basel-Stadt die Ergebnisse seiner toxikologischen Untersuchungen bekannt gegeben. Die Analyse von drei toten Katzen und einem Köder hat den Verdacht bestätigt: Die Tiere wurden mit einem hochwirksamen Insektizid getötet. Um welches Gift es sich genau handle, möchte Michel Laszlo, Kantonstierarzt, nicht sagen - aus Angst vor Nachahmern. Bis im Juli des letzten Jahres sei es aber noch als Insektizid in der Landwirtschaft eingesetzt worden. Bis das Gift zum Tod führt, daure es zwar bis zu 50 Stunden, doch «wenn die Symptome einsetzen, ist es wahrscheinlich schon zu spät.», bedauert Laszlo.

Weiterhin Vorsicht geboten

Unter den Opfern des Tiermörders sind auch ein Fuchs, eine Krähe und ein Igel. Dass die Köder vielleicht gar nicht für die Katzen, sondern für Wildtiere gedacht waren, davon geht Laszlo aber nicht aus.

Er vermutet einen gezielten Anschlag auf Katzen: «Das Gift haben wir ausschliesslich in Wurst-Rädchen gefunden. Ein typischer Köder für Haustiere». Das Veterinäramt Basel-Stadt, die mit den Ermittlungen betraut sind, gehen deshalb von einer mutwilligen und gezielten Tötung aus. Damit wäre der Tatbestand der Tierquälerei erfüllt.

Noch keine Spuren

Konkrete Ermittlungsergebnisse gibt es noch nicht. Sollten, bis der Täter gefasst ist, noch mehr Tiere seinen Gift-Ködern zum Opfer fallen, werden die Anwohner gebeten, die toten Tiere auf keinen Fall anzufassen. Auch von herumliegenden Essens-, insbesondere Wurst-Stückchen sollte man die Finger lassen: Diese Warnung geht nicht nur an Tierhalter, sondern vor allem auch an Eltern kleiner Kinder.

Wer ein Wursträdchen oder gar ein totes Tier findet, sollte dieses liegen lassen und dem Veterinäramt oder der Polizei melden. Wer Hinweise auf den oder die Täter hat, soll sich ebenfalls bei einer dieser Behörden melden.

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