Der Marktplatz lag der Stadt schon länger auf dem Magen. Zumindest am Montag. Weil viele Marktleute auch am Samstag ihre Ware feilbieten, ist das «Herzstück der Stadt» zum Wochenstart jeweils eher spärlich belegt. Abhilfe schaffen soll nun ein «Schlemmer-Markt». Damit springt auch der Kanton auf die Streetfood-Welle auf. «So soll der Marktplatz zum Treffpunkt werden für alle, die sich spontan und unkompliziert verköstigen möchten», wie Sabine Horvath, Leiterin Standortmarketing, erklärt. Gesucht sind Anbieter «lustvoll-kreativen und gesunden» Essens.

Bislang umfasst die angepriesene «Angebotsvielfalt» allerdings erst «Pommes in verschiedenen Variationen», zwei Burgerbuden und einen Curry-Wurststand – neben den bereits bekannten Ständen, wie etwa Cafémobil, Piadina und der Eiche-Wurststand.

Grosszügiger Gastgeber

Dabei beweist sich der Kanton durchaus als grosszügiger Gastgeber der Nutzfläche: Gemäss Daniel Arni, der die Fachstelle für Messen und Märkte leitet, kostet ein Standplatz 3.50 Franken pro Quadratmeter und Tag, Strom inklusive. Zum Vergleich: In der Markthalle bezahlen die Indoor-Foodstände 23.40 Franken. Allerdings sind dort noch zusätzliche Leistungen enthalten, etwa ein Abwaschdienst, allgemeine Reinigung sowie den Luxus von einem Dach über dem Kopf. Ein Aussenstand kostet pauschal 40 Franken pro Tag. «Bei uns verpflichten sich die Standbetreiber, auch bei schlechtem Wetter zu öffnen», sagt Arni. Dennoch: Die Preise auf dem Marktplatz sind attraktiv.

Doch es kommt noch ein weiteres Zückerchen dazu: Der Kanton hat sich nämlich von der Mehrwegpflicht befreit. Eigentlich heisst es im Basler Umweltschutzgesetz: «An öffentlichen Veranstaltungen auf öffentlichem Grund dürfen für Getränke und Esswaren nur bepfandetes Mehrweggeschirr sowie bepfandete PET-Flaschen verwendet werden.» Doch darf der Regierungsrat Ausnahmen bewilligen, so geschehen etwa rund um das Public Viewing anlässlich des Europa-League-Finals im vergangenen Sommer.

Erfolglos darum erbeten haben in der Vergangenheit hingegen verschiedene private Veranstalter, etwa der Herbstmesse oder des «Em Bebbi sy Jazz». Ein politischer Vorstoss von den inzwischen alt Grossräten Ernst Mutschler (FDP) und Oskar Herzig (SVP) ist hängig.

Die Begründung des Kantons: Die Mehrwegpflicht würde die Standbetreiber gegenüber der umliegenden Gastronomie benachteiligen. Es stimmt, weder der McDonald’s noch der Brezelstand des Globus müssen Pfandgebühren verlangen. Doch auf die selbe Argumentation könnten sich auch Veranstalter von Konzerten und Sportereignissen auf öffentlichem Grund stützen.

Bislang machen erst sechs Stände vom neuen Angebot Gebrauch, gut möglich, dass sich dies bald ändern wird. Gemäss Arni könnte sich die kulinarische Palette bald um einen Crêpe- und einen Fish and Chips-Stand sowie einen Vertreter der brasilianischen Küche erweitern.

Der Schlemmer-Markt hat jeden Montag zwischen 8.30 und 14 Uhr geöffnet. Der Basler Stadtmarkt findet neu jeweils von Dienstag bis Samstag statt.