Messe Schweiz
Auf dem Messe-Parkhausdach kommt wieder Leben in die Bude

Der beliebte Stadtstrand City-Beach scheint permanent aus dem Basler Stadtbild zu verschwinden. Aber auf dem Parkhaus der Messe Basel kommt trotzdem wieder Leben in die Bude - jedoch nicht für die Öffentlichkeit.

Nicolas Drechsler
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Obwohl der City Beach wohl defintiv verschwindet, kommt auf das Dach des Messe-Parkings Leben zurück.

Obwohl der City Beach wohl defintiv verschwindet, kommt auf das Dach des Messe-Parkings Leben zurück.

zvg/ken

Auf dem Dach des Messeparkings soll im Sommer ein Containerdorf zu stehen kommen. Dazwischen ein Restaurant mit Hintergrundmusik und auch «Präsentationsevents» sollen möglich sein. Das ist dem Kantonsblatt zu entnehmen. Hinter dem Projekt steckt die Zürcher Agentur FS Parker AG, die an gleicher Stelle auch schon den beliebten Stadtstrand «City-Beach» betrieben hatte. Und nicht nur hier, sondern auch in Zürich und Bern.

Doch wer nun glaubt, diese Oase mit sandigem Boden unter freiem Himmel werde wiederauferstehen, hat sich getäuscht. Denn der für den City-Beach zuständige Planer bei FS Parker weiss von nichts. «Es ist mir nichts über einen neuen City-Beach in Basel bekannt», sagt Alexander Burth. Und verweist an den Creative Director der Agentur, Hannes Sigrist. Dieser ist allerdings erst nächste Woche wieder zu erreichen.

Die Messe weiss mehr

Etwas mehr Aufklärung bringt ein Anruf bei der Messe Schweiz. Deren Leiter Events, Peter Jörg, macht die Hoffnungen auf lauschige Abende unter dem Basler Sommerhimmel zunichte: «Es ist kein Event für das breite Publikum geplant, kein City-Beach zum Hingehen und Abchillen,» sagt er.

Auf dem Dach sollen «Jungunternehmer in Containern ihre Projekte realisieren können». Glaubt man dem Baugesuch im Kantonsblatt, so handelt es sich vor allem um Unternehmen aus der Kreativbranche, es sind nämlich «Ton- und Grafikstudios» vorgesehen. «Es soll ein mehr oder weniger traubenförmig angeordneter Komplex aus Containern entstehen», so Jörg. Warum dann aber eine Bewilligung für ein Restaurant mit Hintergrundmusik? «Es soll ein Loungebereich eingerichtet werden, zwischen diesen Containern. Das ist aber nicht als öffentliche Partyzone gedacht.»

Exklusivere Gästeschar

Ganz im Gegenteil, ab Juni soll für «ein bis drei Monate eine «geschlossene Gesellschaft» hier oben über den Kleinbasler Dächern ihre eigene Ruhezone finden, in der sich die kreativen Jungunternehmer austauschen und präsentieren können.

Weitere Informationen habe er nicht, meint Jörg. Und verweist wiederum auf die Veranstalter in Zürich. Und deren Architekten, Florian Studer, der sein Büro im nidwaldischen Hergiswil hat. Doch der sagt gar nichts und spielt den Ball zurück nach Zürich an die FS Parker AG.

Zukunft des Strands unklar

Man darf also gespannt sein, wer nun warum in den Genuss der Lounge auf dem Messe-Parkhaus kommen wird. Doch eines scheint klar: Die Citybeach, einst von Basler Partyveranstaltern aus der Taufe gehoben, später dann von den Zürcher Eventmachern übernommen, wird nach ihrer Odyssee von der Markthalle ins Dreispitz, auf das Parkhaus und zuletzt vor die Kuppel im Nachtigallenwäldeli nicht wieder auf das Messedach zurückkehren. Und das, obwohl die Macher den Standort gemietet haben. Und entgegen ihrer Ankündigung, den Stadtstrand nach der letztjährigen Pause wieder aufleben zu lassen.

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