Der Vitra Campus in Weil am Rhein ist beileibe kein Kinderspielplatz, aber mit der für Mittwoch geplanten Einweihung des «Vitra Slide Towers» wird der Besuch des Geländes des renommierten Designmöbel-Produzenten für Familien noch einmal interessanter. Von der 17 Meter hohen Aussichtsplattform des Turms führt eine kurvenreiche, 38 Meter lange Plexiglasröhre wieder hinunter. Wer sich die, vermutlich rasante, Fahrt zutraut, wird mit einem Rutschsack ausgestattet. Wer dies nicht möchte, kann die Treppen natürlich auch wieder hinunter steigen.

Kinder unter einer Körpergrösse von 130 Zentimetern dürfen die Rutsche allerdings nicht alleine benutzen. Der «Slide Tower» ist ab 19. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr für Besucher zugänglich und, wie auch der Besuch des Vitra-Hauses, gratis.

Check-Karte beliebt bei Kindern

Im Vitra-Haus stellt die Firma seit über vier Jahren vor allem Möbel aus ihrer Produktion aus. Informationen zu Designern, Produkten und Preisen erhält man über digitale Kataloge, die mit einer Check-Karte zugänglich sind und die man mit nach Hause nehmen kann. Die digitalen Kataloge erfreuen sich insbesondere bei Kindern grosser Beliebtheit.

Auf dem Campus befinden sich zahlreiche Gebäude von weltberühmten Architekten wie Zaha Hadid, Tadao Ando, Sanaa oder Jasper Morrison sowie das Vitra Design Museum von Frank Gehry. Es ist eines der weltweit führenden Designmuseen und stützt sich auf eine Sammlung mit den Schlüsselstücken der Designgeschichte.

In London rutschten eine Million

Die begehbare und freistehende Stahlkonstruktion «Vitra Slide Tower» stammt vom deutschen Objekt- und Installationskünstler Carsten Höller, der zu den bedeutenden zeitgenössischen Künstlern zählt. In der Medienmitteilung von Vitra heisst es zu ihm: «Carsten Höller ist bekannt für seine künstlerischen Arbeiten, die den Betrachter oftmals zur Teilnahme auffordern, wie etwa seine gigantische Rutscheninstallation Test Site in der Tate Gallery in London (2006/07). Während dieser sechs Monate dauernden Ausstellung wurden über eine Million rutschende Besucher gezählt.»

Zuletzt waren Höllers Arbeiten unter anderem in Einzelausstellungen im New Museum in New York oder Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin zu sehen.

Ansonsten hält sich die Medienstelle mit Verweis auf die internationale Medienkonferenz vom kommenden Mittwoch sehr bedeckt. Allerdings haben die beiden Tageszeitungen «Badische Zeitung» und «Weiler Zeitung» bereits ausführlich über das Projekt berichtet – Artikel, auf die sich auch dieser Beitrag teilweise stützt.

Der knapp 31 Meter hohe Turm ist als Dreibeinstativ mit seinen Stahlsockeln in massiven Betonklötzen verankert. An seiner Spitze befindet sich eine beleuchtete Uhr mit einem Durchmesser von sechs Metern, die sich senkrecht dreht und mit dem Logo von Vitra ausgestattet ist. Die Aussichtsplattform biete «eine neue Perspektive auf den Vitra Campus und seine Umgebung», sei noch einmal die Medienmitteilung zitiert.

Ein neuer Panoramaweg

Ebenfalls am Mittwoch eingeweiht wird die Alvaro-Siza-Promenade. Der neue Panoramaweg führt vom Vitra Haus bis zur Fire Station von Zaha Hadid. «Der Panoramaweg bietet künftig allen Besuchern des Vitra Campus die Möglichkeit, sämtliche Gebäude preisgekrönter Architekten sowie die Kunstobjekte zu besuchen, ohne dabei den Produktions- und Arbeitsbereich von Vitra zu betreten», so die «Badische Zeitung».