Grau, trist und kalt. Wer am Morgen aus dem Haus geht, kann nicht leugnen, dass der Sommer endgültig vorbei und Herbst und bald auch Winter im Anmarsch sind. Damit wird es auch Zeit, den Winterkleidern im Schrank Platz zu machen und die Trends des Winters unter die Lupe zu nehmen.

«Heute ist so vieles möglich in der Mode, dass es schwierig ist, einen klaren Trend auszumachen», sagt Cäsar von Däniken, Designer vom Kleidergeschäft Tarzan. Auch Raphael Blechschmidt, Besitzer des gleichnamigen Geschäfts in der Basler Innenstadt, betont dieses Phänomen: «Ganz klare Trends gibt es heute nicht mehr. Es gibt kein Mode-Diktat mehr und die Leute sind individueller geworden.»

Dennoch gibt es einige erkennbare Trends. Wie bereits im Vorjahr sind Oversized-Teile – übergrosse und nicht eng anliegende Stücke also – In. «Ausserdem geht die Tendenz hin zu längeren Oberteilen bei Frauen. Oft sind sie hinten lang und vorne kurz», so von Däniken weiter. Der Bohème-Look und der oft gesehene Strick bleiben ebenfalls erhalten. Dieses Jahr werden die Strickstücke oft noch mit Stickereien oder Details wie Perlen oder Pailletten versehen, wie Blechschmidt erzählt.

Geheimtipp: gelbe Timberlands

Neben den klassischen Herbst- und Wintertrends kommen zwei Neuheiten dazu: «Es gibt wieder sehr viel Leder, und auch Karo kommt wieder», weiss Blechschmidt. Neben den grossen Woll-Karos, die auch bei C & A ein Muss sind, wie Christa Keller von der Modekette auf Anfrage bestätigt, gibt es noch ein Teil, das dieses Jahr erneut nicht wegzudenken ist: der Parka. «Cool und super warm gleichzeitig ist er das praktischste Teil der Saison», so Keller.

Praktisch sollen auch die Schuhe sein, die Mann und Frau trocken durch den Winter führen sollen. «Mittelhohe Absätze von zirka fünf Zentimetern sind sehr beliebt», weiss Theres Schärer vom Basler Schuhhaus Deiss. Aber auch bei den Schuhen gilt: Vielseitigkeit ist der grösste Trend. Egal ob runde oder spitzige Formen, flache, eher maskuline Modelle oder eben doch die sehr beliebten Ankelboots – dieses Jahr mit Elast-Einsatz auf der Seite – es ist alles erlaubt. Einen kleinen Trend konnte sie ausmachen: «Die jungen Leute haben vermehrt nach den gelben Timberland-Schuhen gefragt, sowohl Mädchen als auch Jungs.» Es sei vielleicht der Geheimtipp der Saison.

Grüntöne sind gefragt

Gelb an den Füssen und auch obenrum bunt. Denn in einem sind sich alle einig: Die Herbst- und Wintermode zeigen sich von ihrer bunten Seite. Bei der Modeschau von Peter Hahn prägten Beerentöne aller Schattierungen die Kreationen. Ein Blick in den Laden zeigt auch sofort, dass sich die Farbe durch die ganze Kollektion hindurch zieht. Neben den Beerenfarben, den klassischen bedeckten Herbsttönen wie camel, braun oder rostrot gibt es eine Farbe, die lange nicht mehr gesehen wurde: grün. «Grüntöne sind wieder sehr beliebt», weiss Blechschmidt. Diese Meinung teilt auch von Däniken: «Die verschiedenen Grüntöne wie Petrol, Jade oder Smaragdgrün sind sehr gefragt.»

Neben grün gibt es eine weitere Trendfarbe: blau. Von Däniken: «Blau ist wichtig. Speziell die dunklen Blautöne wie Indigo sind präsent. Die helleren werden dann im Frühling wieder wichtig, wenn die Farbe blau noch stärker kommt.» Sind Trends für den Winter ob der Vielfältigkeit schwierig auszumachen, so zeichnet sich laut von Däniken für den Frühling ein deutlicher Trend ab: Auf den farbigen Winter folgt ein farbloser Frühling. «Im Frühjahr stehen weiss, schwarz und grau im Fokus.» Behält von Däniken recht, verschwindet mit dem Frühling die Farbe aus den Kleidern. Wenigstens ist es dann draussen nicht mehr grau und trist.