Wie lebt es sich als Künstler? Welche Schätze verbergen sich in Kleinbasler Kunstsammlungen? Und wie sieht es in einem weitläufigen Galeriearchiv aus? Diese und weitere Fragen werden nächste Woche rund um die Kaserne beantwortet. Im Rahmen der Museumsnacht öffnen mehrere Kleinbasler Galerien, Kunsträume und Museen ihre Türen und laden zum Mitmachen und –denken ein. «Die Museumsnacht ist eine ideale Gelegenheit, das kulturell verrückte Kleinbasel kennenzulernen», sagt der Vorstand des Ausstellungsraums Klingental, Thomas Heimann, an der gestrigen Pressekonferenz. Zu den Highlights auf der anderen Seite des Rheins gehört eine Führung durch die Nacht mit dem Kulturanthropologen und «Nachtforscher» Michel Massmünster. Auf der Tour werden Orte besucht, die die Geschichte der urbanen Nacht erlebbar machen, wie die Überreste eines Stadttors. Gleichzeitig lässt sich im Ausstellungsraum Klingental etwas über den Alltag als Schriftsteller und den kreativen Arbeitsprozess von Künstlern erfahren. Einige Schritte weiter lädt die Galerie Dock zu einer «Speed Tour» durch ihr Archiv ein.

Zeichnungen als Antworten

Aber auch auf der Grossbasler Seite gibt es dieses Jahr Neues zu entdecken: Unter dem Stadtcasino hat man die Möglichkeit, den Mitarbeitenden der archäologischen Bodenforschung bei ihrer Arbeit auf die Finger zu schauen. Hier wird unter Hochdruck an der Ausgrabung von mittelalterlichen Siedlungsteilen, Fundamenten der Stadtmauer und Überresten des Barfüsserklosters gearbeitet. Natürlich sind unter den 37 teilnehmenden Institutionen auch die alteingesessenen Basler Museen wieder vertreten und haben sich vielversprechende Programmpunkte überlegt. Erstmals ist der Neubau des Kunstmuseums an der Museumsnacht geöffnet. In der «Pollock-Lounge» lassen sich die Lieblingsdrinks des Künstlers geniessen, mit musikalischer Untermalung durch seine bevorzugten Songs ab Schallplatte. Im Anschluss führt Direktor Thomas Helfenstein durch die Ausstellung und zeigt seine Lieblingswerke der Sammlung. Comicbegeisterte kommen im Cartoonmuseum auf ihre Kosten. Der durch seine Comicfigur Titeuf bekannt gewordene Genfer Zeichner Zep ist vor Ort. In der Sprechstunde beantwortet er Fragen zu seiner Kreation – in zeichnerischer Form. Anschliessend kann man sich auf einer Kurzführung Erziehungstipps von Titeuf geben lassen, unterstützt durch Pädagogin Anja Braun und Museumsdirektorin Anette Gehring.

Laut zu und her geht es nächsten Freitag im Tinguely Museum. Die vier grossen Musik-Maschinen des Basler Künstlers sind zum ersten Mal vereint und geben ein chaotisches «Méta-Monsterkonzert». In Workshops lassen sich eigene Instrumente bauen, mit denen am Konzert teilgenommen werden kann. Weniger Musikalische können in der «Shooting Gallery» auf klangerzeugende Objekte schiessen und so ihre eigenen Kompositionen kreieren.