Grünpfahlgasse

Auf Kontrollgang im Gläbbergässli: Mehr Fasnacht, aber immer noch ein Andrang

Am ersten Fasnachtstag mit dem neuen Konzept des Unternehmen Mitte ging es in der Grünpfahlgasse im Vergleich zu anderen Jahren geradezu ruhig zu und her. Massierungen gibt es aber noch.

Das Gläbbergässli war während Jahren der Schreckensabschnitt für Cliquen uff dr Gass, sogar für mächtige Stammvereine. In der Grünpfahlgasse zwischen Rümelinsplatz und Gerbergasse sammelten sich jährlich über Hundert Jugendliche, die in Feier-, aber kaum in Fasnachtslaune waren. Das Resultat: Zusammenstösse zwischen Aktiven und Zuschauern, Rempler und Pöbeleien.

Dieses Jahr hat das Unternehmen Mitte, das an der Gasse das grösste Kaffeehaus der Schweiz betreibt, gehandelt. Statt die grosse Halle weitgehend der Allgemeinheit der Feiernden zu überlassen, haben die Betreiber Tische und Bänke aufgestellt und sogar eine Bühne eingerichtet, wo Schnitzelbängg auftreten konnten. Das Ergebnis am Montagabend war erfreulich: In der Grünpfahlgasse war die Bahn wieder frei für Cliquen, die auf dem engen Raum zwischen den Häuserzeilen sogar kreuzen konnten. Die «Mitte» war gut besucht, obschon gegen Mitternacht hauptsächlich müde Menschen jüngeren Alters in den Bänken hingen. Aber das war wohl doch eher dem kalten Abend geschuldet als nichtfasnächtlichen Aktivitäten.

Ausbau der Fasnachts-Aktivitäten möglich

Entsprechend zeigen sich die Betreiber der «Mitte» in einer ersten Kurzbilanz zufrieden mit dem Ergebnis. Klar, sagt Kaffeehaus-Chefin Theresa Prüssen, es gebe noch Luft nach oben. Aber generell zieht sie ein positives Fazit des ersten Abends. Die Schnitzelbangg-Bühne sei bei Bängg und Publikum gleichermassen auf Interesse gestossen, darauf könne man bauen. Ob die in den Vorjahren beklagten Sachbeschädigungen durch die Konzeptanpassung verringert werden konnten, könne erst nach dem Mittwoch abschliessend beurteilt werden.

Das WC habe unter der starken Beanspruchung trotz der Putztouren gelitten, doch das ist ein Phänomen, das viele Innenstadt-Beizen während der Fasnacht kennen. Das Lokal konnte bereits am Nachmittag vom teilweise schlechten Cortège-Wetter profitieren.
Dass es abends zu Massierungen von Feierlustigen rund um das Lokal kommt, ist nicht zu vermeiden. Schliesslich zieht die Fasnachtsatmosphäre auch jene ins Zentrum des Geschehens, die Piccolos und Trommeln nicht zwingend als emotionale Bereicherung empfinden, eher als Dekoration für eine zu befeiernde Stadt.

Grosse Polizeipräsenz

Dieses Jahr waren die montagabendlichen Menschenmengen an der Kreuzung Falknerstrasse/Gerbergasse auszumachen, im späteren Verlauf der Nacht auch vor dem Haupteingang der «Mitte» an der Gerbergasse. Ein Durchkommen für Aktive war aber gesichert. Besonders paradierende Guggen erhielten ein Spalier. Ebenso war die Polizeipräsenz gross. So stand eine Patrouille an der Ecke Grünpfahlgasse/Rümelinsplatz, die «Mitte» hatte Security-Personal für die Eingänge aufgeboten.

Der Rümelinsplatz ist eines der Zentren der Pfeifer- und Tambouren-Fasnacht. Besonders vor dem Restaurant Schnabel und dem Hotel Basel sammeln sich viele Kostümierte, sodass ein Durchkommen für Zivile wiederum schwierig ist.

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