Kommentar

Auf sehr hohem Niveau: Die glänzenden Gastro-Sterne von Basel

Das «Les Trois Rois» in Basel ist von Gault Millau bereits zum Hotel des Jahres 2020 gekürt worden.

Das «Les Trois Rois» in Basel ist von Gault Millau bereits zum Hotel des Jahres 2020 gekürt worden.

Man kann den Gastrokritikern des Gault Millau und der dahinter stehenden PR-Maschinerie gegenüber durchaus skeptisch eingestellt sein. Im Grossen und Ganzen aber widerspiegelt die Gastro-Bibel eine Tendenz korrekt: In der gehobenen Gastronomie bewegt sich in Basel und Umgebung einiges.

Höchste Kochkunst hat in Basel zwei Namen: Tanja Grandits und Peter Knogl. Während Letzterer das «Trois Rois» seit Jahren in ein Hotellerie-Gourmet-Gesamtkunstwerk verzaubert, verdient Grandits’ Leistung den allergrössten Respekt. Sie, die am Montag vom Schweizer Gault Millau zum zweiten Mal zum Koch (besser wäre: zur Köchin!) des Jahres gekürt wurde, ist im «Bruderholz» nach einem Interregnum in Hans Stuckis riesige Fussstapfen getreten und hat das fast Unmögliche geschafft: In einem Traditionshaus, das über Jahrzehnte von einer starken Figur geprägt worden war, zur eigenen Qualitätsmarke zu werden.

Man kann den Gastrokritikern des Gault Millau und der dahinter stehenden PR-Maschinerie gegenüber durchaus skeptisch eingestellt sein und mit Recht einige der Bewertungen kritisch hinterfragen. Im Grossen und Ganzen aber widerspiegelt die Gastro-Bibel eine Tendenz korrekt: In der gehobenen Gastronomie, also in den Kategorien «unter» den beiden Spitzenköchen, bewegt sich in Basel und Umgebung einiges. Wer ein Konzept hat, Qualität liefert sowie den Preis und die Leistung in Balance hält, hat erhebliche Erfolgschancen – ob er oder sie nun auf dem Land, in der Agglomeration oder in einem Stadtquartier kocht und wirtet.

Dies straft gerade all jene Lügen, die seit Jahren den Niedergang der Gastroszene in der Stadt herbeireden. Basel kocht auf sehr hohem Niveau.

Autor

Patrick Marcolli

Patrick Marcolli

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