Vorfreude
Auf zwölf Bühnen wird gelacht - und dann ist die Fasnacht da

In knapp zwei Monaten verzaubert die Fasnacht Basel. Die Strassen werden von Räpplibergen blockiert sein, Waggis stopfen Blaggeddenlose. Für die, die nicht solange auf das bunte Treiben warten wollen, laden ab morgen Vorfasnachtsveranstaltungen ein.

Muriel Mercier und Claire Micallef
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Die diesjährige Basler Fasnacht beginnt mit dem Morgestraich am 23. Februar um 4 Uhr. Also noch 48 Mal schlafen – dann heissts: Morgestraich, vorwärts, marsch!

Die diesjährige Basler Fasnacht beginnt mit dem Morgestraich am 23. Februar um 4 Uhr. Also noch 48 Mal schlafen – dann heissts: Morgestraich, vorwärts, marsch!

Juri Junkov

Ridicule

Den Auftakt der Basler Fasnachtsveranstaltungen bildet traditionsgemäss das Ridicule. Als «e (volli) Nase voll Fasnacht» bezeichnet Theaterbesitzer Helmut Förnbacher das Ridicule 2015. Neben Altbewährtem wie der Tambourengruppe Pianoforte, den amtierenden Schweizermeistern, und dem Piccolospieler Swingvogel, der mit dem Ländlermusikant Urs Mangold seine Künste zum Besten gibt, steht seit Jahren mit Impovisante wieder eine Gugge auf der Bühne. Piccolostücke der Pfeiferkönigin 2014 Carmen von Allmen und weiteren Ex-Königinnen, zehn Rahmestiggli, Balkonszenen und Schnitzelbängg vom Hanslimaa und Profässor Wäber-Gass runden die Veranstaltung ab. Förnbacher will seinen Gästen vor allem eines bieten: «Einen Abend, der sowohl das Basler Fasnachts-Herz als auch die Denk- und Lachmuskeln berühren soll.»

7. 1. bis 15. 2., Helmut Förnbacher Theater Company, www.foernbacher.ch

Fanachtsbändeli

Gäste aus Las Vegas sind zur Fasnachtszeit in Basel und geniessen das bunte Treiben. Auf dem Claraplatz treffen sie auf Maria Lustrinelli, eine Mitarbeiterin der Stadtreinigung. Fasziniert von der quirligen und humorvollen Art der Frau, haben die Amerikaner eine Idee: Sie wollen eine Fasnachts-Show mit Maria Lustrinelli unter dem Titel «Viva Maria!» in Las Vegas veranstalten. Mit dabei am Fasnachtsbändeli sind d Wiehlmys Jungi Garde und Buschinäscht, Guggemusig Glaibasler Schränz-Brieder, Guggemusig Grunz Gaischter, Drummelgrubbe Gipfelstürmer und Schnitzelbangg Giggelisubbe. Zusätzlich treten im Abendprogramm Amerbach-Pfyffer, The Marble Bags sowie die Schnitzelbänke Rollator Röösli, Dipflischysser, dr Schyynhailig und dr Uffgweckt auf. Das Fasnachtsbändeli ist ein Spass für Gross und Klein ab vier Jahren.

10. 1. bis 8. 2., Theater Arlecchino, www.theater-arlecchino.ch

Zofingerconzärtli

Die älteste Basler Vorfasnachtsveranstaltung hat bereits 126 Jahre auf dem Buckel. Der Anlass ist der jährliche Höhepunkt im Kalender der Studentenverbindung Zofingia Sektion Basel. Traditionell besteht die Aufführung aus zwei Teilen: Einem klassischen musikalischen am Piano und einem Rahmestiggli, das sich mit den einschneidenden Ereignissen und wichtigsten Basler Persönlichkeiten beschäftigt. Auch die Fasnachtsclique d Verschnuuffer wird am Conzärtli auf der Bühne stehen. Inhaltlich ist über das Zofingerconzärtli noch nichts bekannt. Aber so viel ist klar: Das Conzärtli ist der Schauplatz, wo sich der Daig über den Daig lustig macht.


5. 2., 6. 2. und 7. 2., Congress Center Basel, www.zofingia-basel.ch

Fasnachtskiechli

Jeder Basler, der sich mit den hiesigen Beizen auskennt, wird das Bühnenbild wohl auf den ersten Blick erkennen. Eins zu eins nämlich wird im Kleintheater Scala das Restaurant Löwenzorn errichtet. Die beiden Kabarettisten Almi und Salvi lassen die Zuschauer ihre Vorfasnacht in der Traditionsbeiz erleben: mal als Wirte, mal als Stammgäste oder auch als Heimwehbasler. Aber auch Tussen oder Fasnächtlerinnen einer Frauenclique, die auf dem Damen-WC Klatsch und Tratsch verbreiten, werden beim Fasnachtskiechli nicht fehlen. Zwischen den Holzstühlen und dem Bartresen im Löwenzorn folgen Pointen an Pointen des Komikerduos. Musikalisch wird das achte Fasnachtskiechli von der Plauschband und der Gugge-Kombination Sixpack begleitet. Zum zweiten Mal haben Almi und Salvi eine Fasnachtsgeschichte für Kinder geschrieben, die an zwei Sonntagen für die Binggis aufgeführt werden. Die kleine Lilly nämlich darf zum ersten Mal bei der jungen Garde mitpfeifen, hat aber ihre Larve verloren.

22.1. bis 21.2., Kleintheater Scala, Binggis-Vorstellungen am 8.2. und 15.2., 15 Uhr, www.fasnachtskiechli.ch

Pfyfferli

Das Bijou der Basler Vorfasnachtsveranstaltungen zeichnet aus, dass es einerseits auf Traditionelles, aber auch auf Ungewohntes und Neues setzt. Inhaltlich gibt die Fauteuil-Besitzerin und Pfyfferli-Schauspielerin Caroline Rasser noch nicht allzu viel zur diesjährigen Ausgabe preis. Nur so viel: Erneut entsteht eine Balance zwischen Poesie, Revue, Cabaret und Komik. Das Ensemble besteht neben Rasser aus den Altbekannten Salomé Jantz und Roland Hermann. Neu dabei sind Charlotte Heinimann, Urs Bihler und David Bröckelmann. Ebenfalls erstmals führt der Basler Nicolas Ryhiner Regie im Fauteuil. Für die Ausgabe 2015 konnten erstklassige Schnitzelbängg organisiert werden. Pro Vorstellung treten jeweils zwei davon auf: Singvogel, Peperoni, Spitzbueb, Tam Tam und Doggter FMH.

8. 1. bis 22. 2., Theater Fauteuil, www.fauteuil.ch

Museumskonzärtli

Im Turnus von zwei Jahren findet das traditionelle Museumskonzärtli statt. Es gehört mittlerweile zu einer Institution im Basler Musikleben. Die legendäre Vorfasnachtsveranstaltung wird von neun Pfeiferinnen und Pfeifern sowie zwei Tambouren gestaltet. Zum ersten Mal wird das märchenhafte Konzärtli mit einer Lesung ergänzt. Die Publizistin Humi Lehr hat dafür «S Märli vo de Zaubervögel» geschrieben und das Büchlein wurde von der Künstlerin Markéta Kohler Hunziker illustriert. Mit Pirmin Muckenhirn als Erzähler dürfen sich die Konzärtli-Besucher auf einen ruhigen und poetischen Vorfasnachtsabend freuen. Der Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten geht wie immer an eine soziale Organisation.

14., 16. und 18. 2., Naturhistorisches Museum, 20 Uhr, Vorverkauf im Museumsshop

Fasnachtsladäärne

In der vorfasnächtlichen Neuinszenierung des Stücks Fasnachtsladäärne im Basler Marionettentheater dreht sich alles – wie der Titel schon sagt – um eine Fasnachtslaterne. Die Fasnacht steht vor der Tür. Im Atelier eines Laternenbauers steht eine halb bemalte Laterne. Sie sieht aber noch schrecklich aus. Weil der Morgestraich immer näher rückt, wird die Zeit, um die Laterne zu retten, langsam knapp. Das Stück wird in Dialekt mit Marionetten, die von Lisa Thommen geführt werden, und Menschen gespielt – es eignet sich für Kinder ab fünf Jahren.

21. 1. bis 8. 2., Basler Marionettentheater, www.bmtheater.ch

Kinder-Charivari

Mit dem Stück «d Suechi nach dr magische Larve» feiert das Kinder-Charivari sein 40-Jahr-Jubiläum. Zusammen mit Erwachsenen inszenieren Kinderschauspieler das Theaterstück, das sich – wie der Titel schon verrät – natürlich um die Fasnacht dreht. Die Geschichte stammt, wie schon in den letzten beiden Jahren, aus den Federn von Jacqueline Christ Knöll und Christoph Knöll. D Guggemuusig Barbarossa Binggis und die Clique VKB Binggis und Junge Garde bilden die musikalischen Einlagen. Daneben runden Tanzchoreografien, Rapmusik und Stepptanz das Stück für die ganze Familie ab.

31. 1./ 1. 2./ 7. 2./ 8. 2., Theater Basel, kleine Bühne, www.kindercharivari.ch

Drummeli

Wer sich dieses Jahr die Mutter aller Vorfasnachtsveranstaltungen zu Gemüte führt, wird Zeuge einer aussergewöhnlichen Idee. Erstmals betritt mit Skelt! ein Rapper die Drummeli-Bühne. Ähnlich wie Caroline Rasser vom Pfyfferli verrät auch Drummeli-Regisseurin Bettina Dieterle nicht viel zur diesjährigen Ausgabe. Einzig: Im Gegensatz zum letzten Mal, als die Baustellen das durchgehende Motiv waren, wird es in diesem Jahr kein übergeordnetes Thema geben. Ergänzt wird das Ensemble rund um Marcel Mundschin, Hugo Buser und Susanne Hueber mit Daniel Buser, fasnachtserprobt durch die zwei Vorfasnachtsveranstaltungen «Wirrlete» und «Kuttlete». Und nach vier Jahren Abwesenheit kommt nun Doris Schütt wieder zurück auf die Drummeli-Bühne. 19 Stammcliquen spielen klassische Fasnachtsmärsche, originelle Arrangements bis hin zu avantgardistischen Neukompositionen. Mit den Grachsymphonikern und der Schotte Clique sind zwei Guggen dabei sowie die zwei Schnitzelbänggler dr Heiri und d Seibi-Stroossebängg.

7. bis 13. 2., Musical Theater,
www.fasnachts-comite.ch

Mimösli

Schon seit 25 Jahren zieht das Kleinbasler Theater von «Häbse» Hansjörg Hersberger Besucher an. Das Mimösli verkürzt dieses Jahr unter dem Motto «Wär’s glaubt, wird seelig» die Wartezeit der Fasnachtshungrigen. Neben bissigen Rahmestiggli und den beiden Schnitzelbängg s spitzig Ryssblei und s Bangg-Ghaimnis stehen die Pfeifergruppe Hofnaare und die Tambouren von Stickstoff auf der Bühne. Für Guggenmusik sorgen d Chaote und d Uelischränzer. Matt Lewis aus Las Vegas tritt dieses Jahr als Stargast im Häbse-Theater auf. Mit der Mimösli-Band führt er ein Medley mit Elvis Evergreens und traditioneller Basler Fasnachtsmusik auf.

15. 1. bis 17. 2., Häbse-Theater Basel, www.haebse-theater.ch

Glaibasler Charivari

Die Kleinbasler Vorfasnachtsveranstaltung bleibt ihrer Linie treu: Us em Volgg, fürs Volgg. Die Regisseurin Colette Studer nimmt Basel, aber auch den Rest der Welt mit viel Charme unter die Lupe – und aufs Korn. Das Ensemble mit drei Neuen sorgt mit ironischen bis sarkastischen und romantischen bis rührenden Texten dafür, dass die zwei Stunden Vorstellung im Nu vergehen. Musikalisch wird das Charivari, das Erik Julliard zum fünften Mal im Volkshaus produziert, unter anderem mit der A-Capella-Formation Six Chicks umrahmt. Volkslieder, Evergreens und Popsongs haben die sieben Frauen im Repertoire. Zudem sind d Naarebaschi Clique ein Garant für feinste Fasnachtsklänge und die Guggenmusiker der Negro Rhygass 1958 sind vom Charivari nicht mehr wegzudenken. Zudem sorgen die Schnitzelbänggler d Gwäggi und dr Schwoobekäfer für Lacher. Doch nicht nur Basler Musikklänge schweben durch den Volkshaus-Saal, denn das Taiko Trommel Ensemble spielt traditionelle japanische Trommelkunst.

24. 1. bis 7. 2., Volkshaus Basel, www.charivari.ch

Offiziells Brysdrummle

Das offizielle Brysdrummle und - Pfyffe ist eine klassische Vorfasnachtsveranstaltung und wird im Turnus von jeweils vier Stammvereinen durchgeführt. Anonym in Kostümen und Larven treten die Wettbewerbsteilnehmer gegeneinander an. Insgesamt haben sich dieses Jahr 706 Teilnehmer, verteilt auf 317 Gruppen- und Einzelkonkurrenten, am Brysdrummle und -Pfyffe 2015 angemeldet. Spontanen Teilnehmern steht eine beschränkte Anzahl von Wild Cards zur Verfügung. Diese können über das Ressort Ablauf unter jager.lukas@bluewin.ch bestellt werden und müssen spätestens am 15. Januar um 12 Uhr abgeholt und bezahlt werden. Der Eintritt ist frei.

15. 1: Vorausscheidung Einzelkonkurrenten und SoloDuo, ab 18 Uhr, Volkshaus, grosser Saal und Union-Saal sowie Wettsteinsaal und Kartäusersaal
16. 1: Vorausscheidung Gruppenkonkurrenten, ab 18 Uhr, Volkshaus und Kartäusersaal
17. 1: Final im Volkshaus, grosser Saal, ab 13.30 Uhr (Junge) und 19.30 Uhr (Alte)

www.offiziells.ch