Gastronomie

Aufgefrischt und mit «Weltformat»: Basler Cargo Bar in neuem Kleid

Die Basler Kultbar Cargo Bar hat sich während des Lockdowns aufgefrischt. Doch nicht nur das: Sie zeigt eine Installation, die noch vor der Krise konzipiert wurde und seither umso aktueller ist.

Die Cargo Bar ist nicht nur eine Basler Kultbar, sondern auch eine Bar, die Kultur lebt. Während des Corona-Lockdowns nutzten die Betreiber die Zeit, dem Lokal neue Frische zu verleihen. Das ist zum einen, den Betreibern um Claude Gaçon selbst zu verdanken, zum andern aber auch dem Basler Künstler Alex Silber. Er hat dort auf Einladung Gaçons eine ganze Installation im Innern durchgeführt. «Weltformat» nennt sich die Intervention und zeigt Silbers langjährige Auseinandersetzung mit dem Alltag.

Konzipiert wurde das schon vor Corona, wie Silber sagt. Doch mit dem Ausbruch der Pandemie und den folgenden Massnahmen ergab sich eine neue, umfassende Bedeutungsebene. Denn das allgemeine Verständnis von Alltag wurde durch den Lockdown und die allgegenwärtigen Sicherheitsmassnahmen aufgerüttelt und durcheinandergebracht.

Silbers Werke sind Notate, das Resultat eines permanenten Schreibprozesses, die in der gedruckten Vergrösserung eben Weltformat erreichen. «Plakate sind nun mal eine Basler Gestaltungstradition», sagt Silber, der mit Jahrgang 1950 die letzte grosse Blüte der sogenannten Basler Schule miterlebt hat. «Das Schöne aber ist, dass diese Basler Tradition auch immer wieder aufs Neue belebt wird.» Dies habe im Übrigen auch die Aktion «Kreative contra Corona» gezeigt, die während des Lockdowns von der bz massgeblich unterstützt wurde und an der sich an die hundert Gestalterinnen und Gestalter mit Basler Wurzeln und Einflüssen beteiligt hatten.

Wortreich Gedrucktes und stummes Bewegtbild

Den wortstarken Aushängen in der Bar ist eine stumme Videoinstallation gegenübergestellt. Das Stück sei auch als Hommage an den Wirt und langjährigen Freund Claude Gaçon zu sehen. Die Aufnahmen sind um die 35 Jahre alt und zeigen Grössen aus der Basler Kreativszene – in ziemlich jungen Jahren.

Auch im Rahmen dieses Werks ergab sich aus der Coronakrise eine neue Wendung: Die wortreichen gedruckten Aushänge kontrastieren mit dem Schweigen der Menschen im Bewegtbild. Das weckt Assoziationen an die Kommunikation der Behörden auf dem Höhepunkt der Gesundheitskrise, die im in der Bar dargebotenen Wechselspiel der Medien konterkariert wird. Wobei auch in diesem Fall die Konzeption bereits vor der Coronakrise erfolgt war.

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