Schulbeginn
Aufregung und Freude: Heute ist Stellas erster Schultag

Für Stella und Tausende weitere Erstklässler in beiden Basel beginnt heute ein neuer Lebensabschnitt: Sie erleben ihren allerersten Schultag. Aufgeregt und mit viel Vorfreude machen sie sich auf den Weg in ihre Schule.

Isabelle Strub
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Ein grosser Rucksack für einen grossen Tag: Stella Fornaro beginnt heute ihre Schulkarriere.

Ein grosser Rucksack für einen grossen Tag: Stella Fornaro beginnt heute ihre Schulkarriere.

Juri Junkov

Auf ihren Schulsack angesprochen huscht Stella Fornaro schnell ins Nebenzimmer und kommt stolz mit einem pinken Schulsack – er ist fast so gross wie sie selber – zurück. «Eigentlich wollte ich einen Delfin-Rucksack, doch der war nicht so praktisch und kippte ständig um», erklärt die Sechsjährige. «Dann habe ich diesen ausgesucht.» Sie zeigt auf die Pferde, die auf dem Rucksack abgebildet sind. «Delfine sind zwar meine Lieblingstiere. ‹Rössli› sind aber meine zweitliebsten Tiere.»

Heute ist Stellas grosser Tag: ihre Einschulung. Stella freut sich auf die Schule, ist aber gleichzeitig auch aufgeregt. Da sie bereits im Neusatz-Schulhaus in Binningen in den Kindergarten gegangen ist, ist das Schulhaus an sich keine Neuheit für sie. Zudem hat sie die Schule bereits als Kindergartenkind besuchen können. Stella konnte an diesem Besuchstag auch schon ihre beiden Klassenlehrpersonen kennenlernen. Besonders aufs Malen und aufs Basteln freut sich das Mädchen. Aber auch aufs Rechnen lernen sei sie gespannt.

Stella bekommt eine Eule

Ihren Schulweg tritt Stella heute mit der Mutter an, die sie am ersten Schultag begleitet. Ihr Vater müsse sehr wahrscheinlich leider arbeiten. Ansonsten müsse sie im Gegensatz zum Kindergarten den Schulweg neu ohne ihre Mutter oder eine andere erwachsene Person bewältigen.

Dennoch muss sie nicht alleine gehen, da ihre beiden älteren Brüder, Claudio und Tadeo, ebenfalls im Neusatz zur Schule gehen. Claudio gehört als Fünftklässler bereits zu den Grossen und auch Tadeo kommt schon in die dritte Klasse. «Das ist zwar toll», sagt Stella und fügt an: «Trotzdem hätte ich lieber eine Schwester, die mit mir an die gleiche Schule geht.»

Stella stört es nicht weiter, dass sie nun wieder zu den «Kleinen» als Erstklässlerin gehört. Zusammen mit drei «Gspönli» kommt sie in die Klasse 1b und sie weiss schon, dass ihr eine Eule als Tier zugeteilt wird. Auf die Hausaufgaben, die zur Schule wohl oder übel dazugehören, freut sich Stella aber keineswegs. Nur wenn es sich dabei um Malaufgaben handeln würde, fände sie es toll. Auch gefällt es ihr weniger, dass sie nun lesen lernen muss. Auf die Frage, ob sie denn schon ein paar Wörter schreiben könne, nimmt sie einen Kugelschreiber und demonstriert in ein Notizbuch, wie gut sie ihren Namen schon schreiben kann. In Grossbuchstaben ist nun «STELLA» verewigt, das erste Autogramm einer Sechsjährigen.

Als Stella darauf angesprochen wird, dass nun bald der Fotograf käme, wird sie ganz aufgeregt. «Dann können mich ja alle sehen!», meint sie. Zuerst wird nicht klar, ob sie das nun positiv oder negativ findet. Doch als sich als Nächstes ein Lächeln vom einen bis hin zum anderen Ohr auf ihrem Gesicht ausbreitete, ist die Antwort klar.
«Dann können mich alle sehen»

Mittagessen werde sie immer am Mittagstisch, was praktisch sei, da sie dann mit ihren Klassenkameraden essen könne. Ausserdem müsse sie dann nicht nach Hause «pressieren», meint die Sechsjährige.

Auf die Frage, ob sie denn schon wisse, was sie dereinst werden möchte, lautet ihre Gegenfrage. «Wie lange muss ich überhaupt zur Schule?» Als sie erfährt, dass neun Jahre obligatorisch sind, macht sie grosse Augen: «So lange?!» Mit der Auskunft, dass viele sogar zwölfeinhalb Jahre zur Schule gehen würden, werden ihre Augen noch grösser und Unverständnis zeichnet sich auf ihrem Gesicht ab.

Doch dann dreht Stella kurzerhand den Spiess um: Sie beginnt die Journalistin auszufragen, was diese in der Schule erlebt hat, will ihre Geschichten und von ihren Erfahrungen hören – so, wie sich das für eine neugierige 1. Klässlerin gehört.