Punkt 19.30 Uhr wird man in den Saal gebeten. «Ordnung muss sein» heisst auch das Programm, das den 63-jährigen Musikkomiker nach Basel führt. Das Publikum im nicht ganz ausverkauften Musical Theater: Mehrheitlich männlich, mehrheitlich um die 40, also just halb so alt wie Schneiders langjähriger Schlachzeucher Peter Thoms, der in stoischer Ruhe Schneiders diffamierende Sprüche hinnimmt. «Gehts noch, Peter?»

Dass Helge Schneider selber auch nicht mehr der Jüngste ist, merkt man einzig dem mittlerweile grau melierten Wuschelkopf an. Die Performance ist frisch wie immer, allein der Auftakt: fulminant: Auf ein smoothes Intro am Tenorsaxofon lässt Schneider analoge Synthiesounds aufheulen, tanzt und singt «Dance to the Music». Zur Disco gehört auch Trockeneis. Aber: «Nicht einatmen!», warnt Schneider. Denn es handle sich um ein Extrakt aus dem Kot einer Schleiereule.

Welch groteske Vorstellung, welch ein Einfall auch. Und dabei hat der Clown an diesem Abend nicht einmal Tee getrunken! Dafür parodiert er munter die Stile, von Klassik (am Cello, dessen altes Holz er nach 250 Jahren auswechseln liess) bis zum Schlager («Wundertüte des Lebens»).

Man erlebt Helge Schneider Anfang 2019 in bester Spiel- und Redelaune, mit neuem Gitarristen (Henrik Freischlader), ohne Bodo den Teekoch. Aber wie immer mit dem ausdrucksstarken Meisenmann alias Tänzer Sergej Gleithmann.

Junge, komm bald wieder!