«Wir ergänzen uns fast schon perfekt», schwärmte der Basler Wirtschaftsminister Christoph Brutschin gestern auf einer Medienkonferenz, die bei Delémont im jurassischen Gründerzentrum für Startups aus dem Bereich Medizinaltechnik Medtech Lab stattfand. Anlass war die Fusion der drei Wirtschaftsförderungsorganisationen Basel Area, I-Net und China Business Platform, die unter dem alten Namen BaselArea von den drei Kantonen
Baselland, Basel-Stadt und Jura gemeinsam getragen wird.

Der rechtliche Sitz befindet sich in Allschwil im Swiss Innovation Park Region Basel, zusätzlich wird es kantonale Standorte geben. «Durch eine gemeinsame Strategie schaffen wir Synergien und transparente Strukturen», erläuterte Michel Probst, jurassischer Minister für Wirtschaft und Kooperation. «Durch die Fokussierung auf Innovationsthemen will sich die Region Nordwestschweiz künftig national und international stärker profilieren», heisst es in der Medienmitteilung.

Sitz in Basel, Produktion im Jura

Christoph Brutschin sah die Stärken Basels bei den Life Sciences und den Headquarters grosser Unternehmen. In den beiden Partnerkantonen gebe es noch mehr Platz für Ansiedlungen. Als Beispiel nannte er die Uhrenfirma Fossil, die in Basel ihren europäischen Hauptsitz eingerichtet habe, und im Jura in eine Produktionsstätte für mechanische Uhren investiert hat. Ausserdem könne der Jura als Wohnsitz für Personen aus dem frankophonen Raum interessant sein.

Die neue gemeinsame Einrichtung BaselAreal wird 18 Mitarbeiter haben. Das Budget sinkt ab 2017 mit jährlich 3,6 Millionen Franken um zehn Prozent. Davon zahlen Basel-Stadt und Baselland je eine Million Franken. Der Kanton Jura übernimmt 400 000 Franken und den Rest wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft Secco getragen. Im Vorstand sitzen drei Vertreter der Kantone und sechs Wirtschaftsvertreter. «Letztere bleiben wichtige Partner», betonte Thomas Weber, Vorsteher der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion.

Christoph Brutschin verwies darauf, dass die Anzahl der Ansiedlungen in der Schweiz und der damit verbundenen Arbeitsplätze seit 2005 im Sinken sei – eine Entwicklung, die allerdings in der Region Basel derzeit noch nicht zu beobachten sei.

Als Probleme sah er für die Headquarters die Konkurrenz von Irland und Grossbritannien, bei der Forschung die von USA und Shanghai sowie das wegen des starken Frankens hohe Kostenniveau in der Schweiz. Sorgen machen ihm vor allem die Unternehmenssteuerreform III und die Masseneinwanderungsinitiative.

Jura neu im EAP-Verwaltungsrat

Eine Neuerung gibt es im Verwaltungsrat des Euro-Airport (EAP). Der Kanton Jura wird dort ab Januar 2016 auf Vorschlag der beiden Basel als Beobachter ohne Stimmrecht im Verwaltungsrat präsent sein. Die Aufgabe übernimmt Probst, der aber sein Ministeramt nach zwei Amtszeiten aufgibt.