Kommentar
Aus Erfahrungen lernen

Im Oktober findet in der St.Jakobshalle in Basel ein Konzert mit umstrittenen Vertretern aus der Deutschrapszene statt. Eine Recherche des Kantons hätte Ärger ersparen können.

Silvana Schreier
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In der St.Jakobshalle sollen im Oktober mehrere Deutschrapper auftreten.

In der St.Jakobshalle sollen im Oktober mehrere Deutschrapper auftreten.

Kenneth Nars

Gleich mehrere Rapper aus der Deutschrapszene sollen sich im Oktober in der St.Jakobshalle die Bühne teilen. Das Line-up des XXL-Hip-Hop-Events, das Namen wie Farid Bang, Kollegah, Fler und Samra beinhaltet, wurde vom Basler Erziehungsdepartement abgesegnet. Dabei sind mehrere Acts in den vergangenen Jahren durch frauenfeindliche, antisemitische und gewaltverherrlichende Songtexte aufgefallen.

Schon eine kurze Internetsuche zeigt: Die Künstler machen durch sexistische Provokationen, Straftaten und umstrittene Äusserungen auf sich aufmerksam. Kenner wissen: An einem solchen Konzert ist das Eskalationspotenzial gross. Denn nicht nur die Rapper selbst könnten ein Risiko darstellen, sondern auch das angelockte Klientel. Schon 2010 kam es an einem Auftritt eines der Rapper im Basler Sommercasino zu einer Schlägerei. In den vergangenen Jahren begleiteten Negativ-Schlagzeilen die Auftritte des Deutschrappers in der Schweiz –, wenn sie denn überhaupt stattfinden konnten.

Doch die Sicherheitsbehörden wollen beim bevorstehenden Konzert keine Probleme festgestellt haben. Dabei hat man doch bereits 2019 Erfahrungen mit gewaltbereiten Vertretern der Rapszene sammeln können: Damals wurde der Wettkampf inklusive antretender französischer Rapper abgesagt. Daraus hätte der Kanton lernen sollen. Eine vertieftere Recherche könnte ihm auch jetzt juristische Vertragsverhandlungen ersparen.