Das als Bierhochburg bekannte Basler Restaurant Pinguin ist nicht mehr, Wirt Mario Nanni gibt das Traditionslokal nach über 40 Jahren als Beizer weiter. Unter Nanni entstand in der Beiz ein veritables Bier-Museum: Von Krügen, Biermarken bis zu Bierdeckeln sammelte Nanni alles, was zur Bierkultur denkbar und undenkbar ist. Dieser Bestand, der das Restaurant zierte, muss nun irgendwohin. Denn Nannis Nachfolger, der Basler Komiker und Schauspiel Patrick «Almi» Allmandinger gedenkt aus der Beiz ebenfalls ein Themenlokal zu machen – allerdings zur Basler Fasnacht.

Nun gründet sich ein Verein, der Nannis Bestand von für lokale Verhältnisse beinahe epischem Ausmass erhalten will. Mitte Juni gründete sich der Verein, wie die Vorstandsmitglieder am Dienstag mitteilten. Als dessen Präsident zeichnet Michel G. Wiederkehr, ehemals Grossratskandidat der Basler BDP. Der Name des Vereins lautet Bier Kabinett Basel.

Ein bieriges Erlebnis

Dessen Zweck sei «die Erhaltung der einmaligen Sammlung von über 6'000 Bier-Devotionalien verschiedenster Art von Mario Nanni in Basel». Darunter: Biergläser, Bierkrüge, Bierdeckel, Bierspiegel, aber auch seltene Werbegeschenke von Brauereien, Spezialeditionen, schriftliche Dokumente und Literatur. «Die Sammlung wäre sonst nach Vevey in einen unbekannten Keller zur Lagerung verschwunden», schreiben die Gründer.

Einen Ort gebe es noch nicht. Diesen will der Verein nun suchen, ebenso wie Mitglieder, Gönner und Sponsoren. Zudem soll sich der Verein eine Anschubfinanzierung durch den Verkauf von Devotionalien sichern, die doppelt im Bestand vorhanden seien. Nanni habe sich bereit erklärt, seine Sammlung zur Verfügung zu stellen.

Themenwirtschaft folgt auf Themenwirtschaft

Die Ware soll aber definitiv ausgestellt und nicht nur eingelagert werden. Angedacht seien Wechsel-Ausstellungen, Führungen mit Degustationen, Vorträge und andere Aktivitäten in Zusammenhang mit der Bier-Kultur.

Ebenfalls mit Exponaten und Führungen arbeiten will der Nachfolger von Wirt Nanni. Wie Almi bereits vor den Medien sagte, soll die neu zu entstehende Fasnachtsbeiz auch Touristen anlocken, die sich das Jahr hindurch mit der Fasnacht beschäftigen wollen, obwohl diese mit Ausnahme der Vorfasnachts- und Fasnachtszeit während der Wintermonate im öffentlichen Raum kaum spürbar ist.