1856 wurde die Basler Lukasstiftung gegründet. Wie lange sie schon an den Basler Schulen jeweils in den Wintermonaten den «Lukasclub» durchführt, weiss Thomas Gelzer, Präsident der Lukasstiftung, nicht. «Es sind sicher viele Jahrzehnte», so Gelzer zur bz. «In den kalten und dunklen Wintermonaten, wenn die Kinder nicht draussen spielen konnten, boten wir eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.» Es wurde musiziert, gespielt und gebastelt.

Gerichtet habe sich das Angebot vor allem an die 10 bis 13 Jahre alten Schüler der 5. bis 7. Klassen. «Das Angebot war niederschwellig und gratis. Alle konnten daran teilnehmen», so Gelzer. Durchgeführt wurde das Programm bis 2014 an rund 10 Schulhäusern. Wegen der Abschaffung der OS und der Verlängerung der Primarschule war die Lukasstiftung im Winter 2014/15 allerdings nur noch an sechs Schulhäusern tätig. Gezählt wurden rund 4300 Besuche. Möglich wurde dies durch Stiftungsbeiträge und eine staatliche Subvention von zuletzt 43 000 Franken.

Doch damit ist nun Schluss. Das Erziehungsdepartement (ED) streicht das Geld. In einem Brief vom 25. August teilt Dieter Baur, Leiter Volksschulen im ED, das Ende des «Lukasclubs» und der parallel laufenden Spiel- und Bastelhorte mit. Grund sei das Sparpaket der Regierung.

Ende einer sozialen Tradition

Schon ab den Herbstferien wird also nach hundert Jahren auch der hauseigene Spiel-und Bastelhort des Erziehungsdepartments abgeschafft. Auch er fand jeweils im Winter statt. Allerdings zu erheblich höheren Kosten als der «Lukasclub». So bezahlte das ED für kostenpflichtige Angebot im Jahr 2010 noch 420 000 Franken. 2014 seien es allerdings weniger gewesen. Von der Streichung der beiden Angebote verspricht sich das ED nun eine Einsparung von rund 350 000 Franken, so Dieter Baur. Die Einsparung erfolge im Rahmen der Generellen Aufgabenüberprüfung (GAP) des Kantons.

Tagesstruktur im Aufwind

Grund für die Streichung sei der gesellschaftliche Wandel, so Dieter Baur in seinem oben erwähnten Brief. Es seien die Tagesstrukturen, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuten und von rund 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Anspruch genommen würden. In der Tat vermutet denn auch Thomas Gelzer hinter der Sparübung einen strategischen Entscheid. Man stehe in gewissem Sinne in Konkurrenz zur Tagesstruktur, diese solle aber nun offensichtlich gestärkt werden. «Man will das so», betont Gelzer. Gegenüber der bz verneint Dieter Baur eine strategische Hinwendung zu den Tagesstrukturen. Man fände Spiel-und Bastelhorte und den «Lukasclub» gut. Die Abschaffung sei ein reiner Sparentscheid.

Dieser wurde aber offenbar ungenügend kommuniziert. Er sei im Vorfeld nicht informiert worden, erklärt Thomas Gelzer. Gespräche hätten keine stattgefunden. Die Informationspolitik bemängelt auch Markus Knöpfli, der einen Hort geleitet hat und den Schliessungsentscheid gestern publik machte. Immer werde von Mitwirkung gesprochen – und dann dies. «Man fragt uns nicht. Man informiert uns nicht. Man lässt uns einfach so stehen.»

Dieter Baur gibt zu, dass die Information nicht optimal gelaufen sei. Er habe zwar seinen Brief an alle Hortleiter und an die involvierten Schulen geschickt. Letztere hätten den Brief an die Eltern weitersenden sollen. Dies sei aber offenbar nicht überall geschehen. Das sei ein Fehler des ED. Keineswegs habe man den Entscheid geheim halten wollen.