Caffè Popolare

Aus Protest – Basler Pop-up-Lokal verschenkt einen Tag lang gratis Pasta

Das neue Pop-up-Restaurant am Basler Fischmarkt öffnete mangels Bewilligung nur für einen Tag. Am Montag gabs noch Pasta und Limo aufs Haus. Jetzt ist das Lokal schon wieder geschlossen – vorerst.

«Heute gratis Pasta und Limo», stand am Montagmittag auf einem Schild vor dem Lokal am Fischmarkt 10. Hier in den ehemaligen Räumlichkeiten der Konkurs gegangenen Suppenbar So’up fand eine Eröffnung der etwas anderen Art statt. Unter dem Namen «Caffè Popolare» sollten hier eigentlich für die kommenden zwei Jahre Gäste mit hausgemachten Pasta verköstigt werden. Doch heute Dienstag ist das Lokal bereits wieder geschlossen.

Probleme mit dem Patent

«Auch wir erleben die Wirtepatent-Problematik in Basel», sagt Oliver Lau, der das Pop-up-Lokal geplant hat. «Obwohl wir pünktlich zur Eröffnung fertig wurden, fehlt uns noch die Bewilligung der Stadt.» Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, das Restaurant vorerst nur für einen Tag zu öffnen. «Wir waren recht spät dran, die Bewilligung zu beantragen», gibt Lau zu. Um das Wirtepatent in Basel zu erhalten, brauche es nämlich eine Ergänzungsbewilligung. Diese habe erneut Zeit in Anspruch genommen.

Obwohl das Team um Oliver Lau schon vorher mit der Stadt Basel Kontakt gehabt habe, hätten sie die kompletten Unterlagen erst am 18. März eingereicht.  Im Regelfall geht die Bearbeitung vier Wochen. «Natürlich haben wir mehrfach bei der Stadt nachgefragt, ob es möglich wäre, die Bewilligung früher zu bekommen.» Die Behörden wollten jedoch keine Ausnahme machen. «Wir haben dann vorgeschlagen, den Betrieb für einen Tag zu öffnen, die Sachen jedoch gratis rauszugeben», so Lau.

Das mache doch niemand, hiess es dann vonseiten der Stadt. Lau und sein Team bewiesen das Gegenteil: «Das können sie uns nicht verbieten. Es ist schliesslich nicht untersagt, die Waren zu verschenken.»

Trotz des holprigen Starts wollen die Betreiber so schnell wie möglich die benötigte Bewilligung erhalten, um konstruktiv mit der Stadt zusammenarbeiten zu können. Die Jungunternehmer besitzen bereits Lokale in Sarnen, Stans und in Luzern. «Wenn man ein Unternehmen führt, das schon drei andere Standorte hat, dann muss man abwägen können.» Ebenso gehöre das Gebäude der Stadt Basel, deshalb sei es auch in deren Interesse, dass es mit dem Projekt vorangehe.

Wann das Pop-up-Restaurant offiziell öffnen kann, steht noch in den Sternen. Beim Basler Bau- und Gastgewerbeinspektorat wollte man sich zu dem laufenden Bewilligungsverfahren nicht äussern. Lau steckt den Kopf trotzdem nicht in den Sand. Er sei zuversichtlich, dass sie bald richtig loslegen könnten, obwohl der verspätete Start finanziell eher unglücklich sei.

Kulturprogramm geplant

Hinter dem gastronomischen Konzept der Zwischennutzung steht das Zentralschweizer Unternehmen «Pastarazzi», das für seine hausgemachten Ravioli bekannt ist. Wegen der grosszügigen Terrasse am Fischmarkt setzen die Betreiber vor allem auf die Sommermonate. Neben hausgemachter Teigwaren soll auch ein Kulturprogramm angeboten werden. Dafür zeichnet sich der Verein Ensemble von Hotz verantwortlich, der unter anderem die Sommerbox im Luzerner Theater veranstaltet hat. Genaueres sei jedoch noch nicht in der Planung. «Erst wollen wir den Betrieb aufbauen», so Lau.

Geplant ist die Zwischennutzung bis Ende 2020. Wie es danach weitergehen soll, kann Lau noch nicht sagen. Er könne sich jedoch vorstellen, länger zu bleiben. «Dann müsste aber ein unbefristeter Vertrag her.»

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