Messe-Neubau
Aus tiefen Kratern wächst die Messe himmelwärts

Die Ecken der Überbauung am Messeplatz sind ausgehoben. Bald wächst der Stahlbau in Höhe. Zum jetzigen Zeitpunkt verrät allerdings noch nicht viel, dass bald der Rohbau des Mittelbaus fertiggestellt sein soll.

Muriel Mercier
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Impressionen der Messebaustelle Basel

Kenneth Nars

Langsam nähert sich ein riesiger Container aus etwa 30 Meter Höhe dem Boden. Immer wieder betätigt der Kranführer in orange-blauer Kleidung den Hebel, der Container schwebt hin und her. Als er dann nur noch wenige Zentimeter über der Erde baumelt, stellen sich zwei Bauarbeiter links und rechts daneben und achten darauf, dass der Kranführer die Mulde am richtigen Ort platziert. Danach setzt sich einer der beiden in den Bagger daneben und schaufelt Bauschutt in den gelben Container.

Die Arbeitsabläufe auf der Baustelle am Messeplatz passieren ohne Hektik. Würden nicht zwischendurch mal ein Bagger oder Presslufthammer aus der tiefen Grube an der Ecke Messeplatz/Riehenring neben der Halle 3 dröhnen, würde man nicht vermuten, dass der Platz soeben komplett aufgerissen wird.

Während des ganzen Juli haben die Bauarbeiter – je nach Schicht stehen täglich 50 bis 100 Mann im Einsatz – an den vier Ecken der künftigen Überbauung des Messeplatzes tiefe Gruben ausgehoben, erklärt Christian Jecker, Sprecher der Messe Schweiz. Im August werden diese nun betoniert, damit im Folgemonat mit den Eckpfeilern in die Höhe gebaut und der Stahlbau statisch verankert werden kann.

Zeitplan wird eingehalten

Zum jetzigen Zeitpunkt verrät tatsächlich noch nicht viel, dass bald – Jecker spricht von Weihnachten – der Rohbau des Mittelbaus fertiggestellt sein soll. Aber: «Wir sind definitiv im Zeitplan, den wir minuziös ausgearbeitet haben», betont der Messesprecher. «Etwas anderes können wir uns gar nicht leisten.»

Nun fährt eine Kolonne grosser und kleiner Lastwagen vom Hotel Ramada Plaza auf die Baustelle zu. Sofort eilt ein Bauarbeiter zur Schranke, die den Zutritt auf die Baustätte für Fussgänger verweigert. Am anderen Ende des Platzes – genauer vor der roten Halle 1 – hebt ein Kran einen Stapel Holzpaletten in die Höhe. Der Lastenheber transportiert das Baumaterial in Richtung Grube vor dem ehemaligen Restaurant L’Escale. Ein Bauchef diskutiert eifrig und wild gestikulierend mit zwei Bauarbeitern. Neben ihnen liegt bündelweise Bewehrungsstahl und wartet auf seinen Einsatz. Die Stahlstangen werden später einmal zur Verstärkung von Stahlbetonbauteilen benutzt und nach dem Einbau in die Schalung einbetoniert.

Im September steht Gebäudehülle

Christian Jecker führt aus, dass es im September schnell voran gehen werde mit dem Mittelbau. «Die Gebäudehülle und das Dach entstehen in diesen Wochen.» Zudem werde auch die Haustechnik installiert. «Die Fassade wird aber erst ganz am Schluss montiert, also erst, wenn der Neubau fertiggestellt ist.»

Trotz des grossen Umbaus auf dem Messeplatz können in diesem Jahr sowohl die Avo Session in der Halle 1 als auch später die Herbstmesse in der Halle 3 durchgeführt werden. Auch die Tramlinien verkehren normal in Richtung Badischer Bahnhof. Die Fussgänger können links und rechts an der Baustelle vorbei über den Messeplatz spazieren, betont Jecker. «Das ist für die Bauführer zwar eine logistische Herausforderung. Aber es war uns allen sehr wichtig, dass wir keine Veranstaltungen absagen müssen.»

Steht der Rohbau der Überbauung Ende dieses Jahres erst einmal, werden ab kommendem Frühling die Messehallen abgerissen. Der Neubau soll im April 2013 eröffnet werden.