Die Anwohnerinnen und Anwohner der Basler Osttangente werden sich weiterhin gedulden müssen: Die für Ende Jahr angekündigte Alternative zum oberirdischen Spurausbau verzögert sich um ein weiteres halbes Jahr. «Das erste Testplanungsverfahren ergab keine Variante, die alle Anforderungen erfüllt hätte», sagte Marc Keller, Mediensprecher des Basler Bau- und Verkehrsdepartementes (BVD) gestern auf Anfrage. Drei Ingenieurbüros hatten je drei Varianten für einen Tunnel und weitere Ausbaualternativen erarbeitet. «Platt ausgedrückt» habe keine der neun Varianten alle gestellten Anforderungen an die Verkehrskapazität, die Städteverträglichkeit und die Finanzierbarkeit erfüllt, sagte Keller.

Das BVD und das Bundesamt für Strassen (Astra) hatten Ende März angekündigt, bis Ende 2012 würden Alternativen zum Spurausbau spruchreif. Eine zweite Runde in der Testplanung soll nun bis Mitte 2013 eine überzeugende Lösung ergeben. «Aus allen Vorschlägen werden nun die besten Ideen zusammengesetzt. Wir gehen davon aus, dass so ein bis zwei Bestvarianten entstehen», erklärte Keller das weitere Vorgehen.

Eine lange Leidensgeschichte

Die Strasse zwischen dem Gellert-Dreieck und dem Schwarzwaldtunnel ist der meistbefahrene Autobahnabschnitt der Schweiz. Mit täglich 150 000 Fahrzeugen hat die Osttangente ihre Kapazitätsgrenze bereits überschritten. Um den Engpass zu beseitigen, schlug das Astra einen Ausbau von vier auf sechs Spuren vor. Das allerdings bekämpften die Anrainerquartiere heftig. Unter ihrem Widerstand einigten sich Astra und BVD darauf, Alternativen zu erarbeiten.

Ganz vom Tisch ist der oberirdische Spurausbau aber noch nicht: Hinsichtlich der Kosten ist diese 1,1 Milliarden Franken teure Variante weiterhin das Referenzprojekt.