8er-Tram
Ausbau statt Tarifmauern: SP-Grossrat reicht öV-Interpellation ein

SP-Grossrat Jörg Vitelli engagiert sich in einer Interpellation gegen die Aberkennung von GA und Halbtax auf dem deutschem Streckenabschnitt.

Peter Schenk
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Jörg Vitelli hält nichts davon, neue Tarife für GA- und Halbtax-Besitzer auf der Tramlinie 8 einzuführen. (Archiv)

Jörg Vitelli hält nichts davon, neue Tarife für GA- und Halbtax-Besitzer auf der Tramlinie 8 einzuführen. (Archiv)

Kenneth Nars

Grossrat Jörg Vitelli (SP) fordert die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) und das Bau- und Verkehrsdepartement in einer Interpellation auf, die Gültigkeit der nationalen Abonnemente im Ausland auszubauen, statt sie wie bei der 8er-Tramverlängerung aufzuheben.

«Anstatt das Erfolgsmodell des Tram 8 nach Weil auch auf andere wichtige grenzüberschreitende Angebote wie der Buslinie 38 nach Grenzach-Wyhlen, die Buslinie 55 nach Haltingen/Kandern und zukünftig die Tramverlängerung 3 nach Saint-Louis auszudehnen, krebsen BVB und das BVD unter dem Vorwand hoher Abgeltungskosten zurück. Das ist unverständlich, denn die Verunsicherung und Verärgerung der Kundschaft ist gross, denn das Lösen grenzüberschreitender Anschlussbilletts ist kompliziert und grenzt schon an Fachwissen», schreibt Vitelli. Er fährt fort: «Um den ÖV grenzüberschreitend attraktiv zu machen, braucht es eine Vorwärtsstrategie und kein Zurück ins Zeitalter der Einzelbillette.»

Er verweist darauf, dass die letzten Jahre neue Destinationen im Ausland in den Gültigkeitsbereich des GA übernommen wurden (Tirano, Landeck, Pontarlier, Feldkirch und die Region Schaffhausen). Auch bei grenzübergreifenden Tramlinien zwischen Strassburg (F) und Kehl (D) sowie Saarbrücken (D) und Saarguemines (F) gelte das Billett auf der gesamten Strecke und koste in beide Richtungen das Gleiche.

In seinen insgesamt 15 Fragen an die Regierung beweist Vitelli seine Kompetenz als Verkehrspolitiker. So will er unter anderem wissen, wie hoch die Abgeltungen seien, die Basel von 2014 bis 2016 an den Lörracher Verkehrsverbund gezahlt habe, in welchem Verhältnis diese zu den Einnahmen ständen und nach welchen Berechnungsgrundlagen sie erhoben wurden.

Versuchsphase war nicht geplant

Ferner interessiert er sich für den Mehrertrag durch GA- und Halbtax-Nutzung und wie sich Passagierzahlen und Kostendeckungsgrad aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Tarifarten entwickelt hätten. Er merkt kritisch an, dass die BVB in ihrer Medienmitteilung zur Streichung der Abos von einer zweijährigen Versuchsphase sprachen, obwohl davon im Regierungsratbeschluss zu deren Einführung im Juli 2014 nicht die Rede gewesen sei. Weiter will er wissen, wie die Regierung Besitzern mit GA, in die ein U-Abo eingeschlossen ist, erklären will, dass es nicht die gleiche Gültigkeit habe wie ein separates U-Abo, das bis Weil gilt.