Coronavirus
Ausgebucht: Der Ansturm auf die ersten Impftermine in Basel ist gross

Baselbieter Altersheime sollen noch im alten Jahr profitieren, in Basel reicht’s nicht.

Rahel Koerfgen
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Noch in diesem Jahr startet Basel-Stadt mit den Impfungen gegen Covid-19.

Noch in diesem Jahr startet Basel-Stadt mit den Impfungen gegen Covid-19.

Keystone/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Noch in diesem Jahr startet Basel-Stadt mit den Impfungen gegen Covid-19. Die Aktion mit dem neu zugelassenen Stoff von Pfizer/Biontech in der Messe findet an drei Tagen vom 28. bis 30. Dezember statt. Die Nachfrage nach der freiwilligen Impfung ist gross: Wie das Basler Gesundheitsdepartement (GD) gestern bekannt gab, war das erste Kontingent an Impfdosen respektive waren die ersten verfügbaren Termine – 1920 insgesamt – nach nur einer halben Stunde vergeben und damit ausgebucht. «Der Ansturm war riesig», sagt eine Sprecherin der Firma Meconex, die das Impfzentrum in der Messe betreibt. Neue Termine sollen ab dem 4. Januar angeboten werden.

Menschen, die über 65 Jahre alt sind, konnten sich gestern online oder telefonisch für die Impfung anmelden; das Alter wird erst am Impftermin verifiziert. Sie gehören neben Bewohnern von Pflegeheimen zu jener Gruppe, die laut Kantonsstrategie in einer ersten Phase impfberechtigt ist. In den Heimen geht das mit mobilen Equipen von Meconex vonstatten.

«Nun stehen die Festtage bevor, die bremsend wirken»

Obschon also auch Menschen in Basler Altersheimen ab dem 28. Dezember geimpft werden könnten, müssen sie sich wohl noch länger in Geduld üben. Wie GD-Sprecher Valentin Kressler gegenüber der bz ausführt, gehe man davon aus, dass dort erst Mitte Januar gestartet werden kann. Es seien Vorabklärungen mit den Bewohnern, deren Hausärzten, Angehörigen oder Beiständen nötig. Auf die Frage, warum das nicht früher passiert ist, antwortet Kressler: «Die Beschleunigung der letzten Tage kam überraschend. Noch bis Mitte vergangener Woche gingen wir von einer Zulassung nicht vor Jahresende aus. Nun stehen die Festtage bevor, die bremsend wirken.»

Wer die mobilen Equipen im Baselbiet stellt, ist unklar

Im Baselbiet könnte es derweil etwas schneller gehen – zumindest in den Pflegeheimen. Zwar startet der Kanton erst am 4. Januar mit seinem Impfzentrum Feldreben in Muttenz, doch laut dem kantonalen Krisenstab werde der Einsatz von mobilen Equipen zeitlich vorgezogen: «Diese bedienen voraussichtlich vom 28. Dezember 2020 an besonders vulnerable Personen.» Informationen zu Anmeldung und zum Ablauf folgen in den kommenden Tagen, Vorabklärungen in den Heimen seien in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Curaviva am laufen, sagt Krisenstab-Sprecher Roman Häring.

Einen Haken hat die Sache allerdings: Während in Basel-Stadt die Firma Meconex die mobilen Equipen organisiert, ist auf dem Land noch nicht klar, wie die Impftruppen personell ausgestattet sind. «Das ist noch nicht final definiert und von verfügbaren Fachpersonen in den jeweiligen Institutionen abhängig», so Häring. Man kläre derzeit ab, welches Heim welches Personal bereit stellen könne «im Sinne von diplomierten Pflegefachpersonen, die nach erfolgter Schulung eine Impfung vornehmen können oder einem Institutionsarzt, der die impfbereiten Bewohner begleitet.»

«Ich bezweifle, dass wir am 28. Dezember für eine Impfaktion parat wären»

Darauf angesprochen, meint eine Angestellte eines Baselbieter Pflegeheims in leicht lakonischem Ton: «Ich bezweifle, dass wir am 28. Dezember für eine Impfaktion parat wären. Erstens weilen unsere Hausärzte in den Weihnachtsferien, zweitens sind auch wir personell knapp aufgestellt in dieser Zeit, und drittens wollen wir die Bewohner zuerst vollumfänglich über die Impfung informieren, damit sie eine gute Entscheidungsgrundlage haben.»