Was weit über den trinationalen Raum Basel hinaus Rang und Namen hat, war gekommen. «Ich bin überwältigt von der grossen Präsenz. Heute ist ein Tag der Freude. Indem wir nach Weil am Rhein die zweite grenzübergreifende Tramlinie eröffnen, schreiben wir Geschichte», sagte der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels bei der feierlichen Eröffnung der 3er-Tramverlängerung am Samstag im Sportzentrum Pfaffenholz.

Der zweite Teil sollte an der Endhaltestelle am Bahnhof von Saint-Louis folgen. Sieben Redner kamen insgesamt zu Wort und der Ausdruck historisch fiel nicht nur einmal. «Es gibt kein städtisches Verkehrsunternehmen, das drei Länder bedient. Eigentlich feiern wir heute hier eine Weltpremiere», freute sich Erich Lagler, Direktor der Basler-Verkehrsbetriebe (BVB).

Feierliche Trameröffnung zwischen Basel und St. Louis

Feierliche Trameröffnung zwischen Basel und St. Louis.

Tram-Fanfare uraufgeführt

Die Stimmung war gut. Dass die Dame, die durch das Programm führte, dabei mehrmals die Sportanlage Pfaffenholz, die sich in Frankreich befindet, in die Schweiz verlegte, mochte keinen der elsässischen Politiker wirklich ärgern. Musikalisch wurde der Anlass im Pfaffenholz von der Musikgesellschaft Muhen begleitet. Ihr Dirigent Reto Borer war auch Oberbauleiter für die Tramverlängerung auf Schweizer Seite und hat eine Tram-Fanfare komponiert, die zur Uraufführung kam. Im Mittelteil verband sie die französische und die Schweizer Nationalhymne.

Die Sicherheitsvorkehrungen der französischen Behörden blieben aufgrund der Terrorgefahr umfassend. Insbesondere bei der Anreise auf französischer Seite berichteten die elsässischen Kollegen von mehrfachen Kontrollen. Vor die Grenze stand quer parkiert ein schwerer Camion. Daneben profitierten elsässische Regionalisten mit rot-weissen Elsässer Fahnen und einem Transparent «Willkomma em Elsass», um an ihr Anliegen zu erinnern. Sie nutzten die Gelegenheit, dass der Elsässer Jean Rottner, Präsident der neuen Grossregion Grand Est, in der das Elsass aufgegangen ist, ebenfalls zur Feier gekommen war.

Nach der symbolischen Durchschneidung eines Bandes an der Burgfeldergrenze ging es weiter nach Saint-Louis, wo das Tram am Bahnhof auf den Namen der Stadt getauft wurde. Das Angebot für die normale Bevölkerung war dort eher bescheiden. Kam hinzu, dass ausgerechnet am Nachmittag der Einweihung für eine Dreiviertelstunde der Strom auf der 3er-Linie zwischen Barfüsserplatz und Saint-Louis ausfiel.