Rund zwei Stunden vor dem Anspiel des Champions-League-Gruppenspiels des FC Basel gegen den FC Schalke 04 im Oktober 2013 kam es vor dem Joggeli in Basel zwischen den Anhängern beider Mannschaften zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Die Polizei- und Sicherheitskräfte mussten Gummischrot, Pfefferspray und Tränengas einsetzen, um die Fans auseinander zu halten.

Fazit der Scharmützel: 20 verletzte Personen. Laut Polizeiangaben hatte sich auch ein heute 25-jährigen Fan des FC Basel aktiv an den Ausschreitungen beteiligt.

Der Baselbieter musste sich einem Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs, Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie Raufhandel stellen.

Gestützt auf diese Vorkommnisse belegte die Kantonspolizei Basel den Mann mit einem einjährigen Rayonverbot.

Auch der Schweizerische Fussballverband wurde aktiv und erliess ein bis Februar 2016 gültiges, gesamtschweizerisches Stadionverbot. 

Reisen ins Ausland verboten

Eine weitere Sanktion gegen den Hooligan ordnete das Bundesamt für Polizei an. Es auferlegte dem gewaltbereiten Fan eine Ausreisebeschränkung für das im September 2014 in Madrid gespielte Champions-League-Spiel gegen Real Madrid.

Offenbar nützte dieses Verbot nichts; der Risikofan des FC Basel wurde am fraglichen Datum auf der Plaza Mayor in Madrid von „Szenenkennern“ angetroffen und identifiziert.

Das fedpol reichte daraufhin Strafanzeige wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügung ein.

Auch für die Champions-League-Begegnung Ludogorets Razgrad gegen den FC Basel vom Oktober 2014 in Sofia wurde gegen den Risikofan eine Ausreisebeschränkung verfügt. 

Gewaltbereiter Risikofan 

Gegen diese beiden Ausreisebeschränkungen des fedpol erhob der Baselbieter Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht.

Darin argumentierte der Mann, gegen ihn sei lediglich ein unberechtigtes Rayonverbot erlassen worden und ihm sei schleierhaft, wie „Szenenkenner“ wissen wollten, dass er beabsichtige, sich an Gewalttätigkeiten zu beteiligen.

Das Bundesverwaltungsgericht wies die Beschwerde ab und verwies auf die Tatsache, dass sich der FC Basel-Fan im Vorfeld des Schalke-Spiels an einer öffentlichen Zusammenrottung beteiligt hatte, bei der Menschen verletzt worden waren.

«Selbst wenn er hierbei nicht handgreiflich geworden sein sollte, würde ihn dies nicht entlasten. Vielmehr genügt es, dass er wissentlich und willentlich Teil dieser Ansammlung eingeifender Fans war», meint das Gericht.

Die Voraussetzungen für die Ausreisebeschränkungen waren deshalb in beiden Fällen gegeben, zumal er zur Gruppe gewaltbereiter Anhänger gehöre, welche regelmässig bei Auswärtsspielen des FC Basel im In- und Ausland vor Ort erscheinen.