Nach den Ausschreitungen im Anschluss an das Fussballspiel zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich vom 10. April sind sieben weitere Tatverdächtige festgenommen worden. Zudem wurde eine Person identifiziert, die durch ein Gummischrotgeschoss schwer am Auge verletzt wurde.

Die sechs in Basel-Stadt Festgenommenen sind Schweizer im Alter zwischen 19 und 29 Jahren, wie es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Mittwoch heisst. Für drei Tatverdächtige hat das Gericht bereits Untersuchungshaft angeordnet. Gegen drei weitere Männer, die am Dienstag festgenommen wurden, beantragt die Staatsanwaltschaft ebenfalls Untersuchungshaft.

Nach dem Spiel FCB-FCZ am 10.4.2016: Fussballfans wüten vor dem Basler St.Jakob-Park.

Nach dem Spiel FCB-FCZ am 10.4.2016: Fussballfans wüten vor dem Basler St.Jakob-Park.

Eine weitere tatverdächtige Person wurde zudem im Baselbiet festgenommen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft auf Anfrage sagte. Gegen diese Person werde voraussichtlich Untersuchungshaft beantragt.

Zwei Personen hatte die Polizei schon am Tag der Ausschreitungen festgenommen. Ein 21-jähriger Deutscher befindet sich gemäss Staatsanwaltschaft Basel-Stadt weiterhin in Untersuchungshaft. Der Fall eines 17-Jährigen Schweizers wurde an die Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft abgetreten.

FCB-Chaoten gehen auf Polizisten los

FCB-Chaoten gehen auf Polizisten los

Verfahren wegen Augenverletzung

Ausfindig gemacht hat die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt zudem einen 27-jährigen Mann, der während den Ausschreitungen durch ein Gummischrotgeschoss am Auge schwer verletzt worden war. Sie hat ein Verfahren wegen Verdachts der schweren Körperverletzung gegen Unbekannt eröffnet. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit nicht davon aus, dass der Mann an den Randalen beteiligt war.

Bei den Ermittlungen habe sich zudem herausgestellt, dass ausserhalb des Stadions ein Kind eine Treppe herunterfiel, nachdem es von einer Person angerempelt worden war. Das bislang nicht identifizierte Kind wurde gemäss Staatsanwaltschaft leicht verletzt.

Die Ausschreitungen, die am 10. April nach dem Abpfiff der Partie losgingen, dehnten sich von der so genannten Eventplattform auf dem Gelände des Stadions St. Jakobpark später auf den Parkplatz vor der St. Jakobshalle auf Baselbieter Kantonsgebiet aus.

Auf der Plattform bewarfen die Randalierer Polizisten mit Steinen, Petarden, Flaschen und anderen Gegenständen, als die Beamten das Tor zum Eisenbahnperron sichern wollten. Zur Selbstverteidigung setzte die Polizei diverse Mittel ein.

Neun Polizistinnen und Polizisten der Basler und Baselbieter Kantonspolizeien wurden verletzt. Drei wurden zur Behandlung ins Spital gebracht. Eine Person musste gemäss Basler Staatsanwaltschaft nachträglich erneut mehrere Tage ins Spital, weil die Verletzungen schwerer waren als ursprünglich angenommen.

Zudem wurde ein Baselbieter Polizeiauto angezündet. Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte laufen. Die Staatsanwaltschaft sucht weiterhin Video- und Fotomaterial.