Ausstellung

Ausstellung über drei Besuche von Franz Liszt

Die Liszt-Ausstellung.  MTO

Die Liszt-Ausstellung. MTO

Die Vera-Oeri-Bibliothek zeigt verschiedene Dokumente, die daran erinnern, dass Franz Liszt dreimal in Basel zu Gast war. Die erste Reise nach in die Rheinstadt unternam Listz 1835 mit 24 Jahren, als er in Paris als Virtuose stürmisch gefeiert wurde.

Dreimal war Franz Liszt in Basel, und diese Aufenthalte in den Jahren 1835, 1845 und 1853 waren Anlass für den Pianisten und Komponisten Jean-Jacques Dünki, in Zusammenarbeit mit Martina Wohltat und Markus Erni eine kleine Ausstellung zu konzipieren, die daran erinnert.

Im Lichthof der Vera-Oeri-Bibliothek finden wir in Vitrinen, den «Schaufenstern unserer Neugier» (Dünki), zahlreiche Dokumente aus Liszts Leben, zum Beispiel Briefe, Faksimiles, Partituren, Bücher, Noten, Tagebucheintragungen, Fotografien, die nun, aus Archiven, Bibliotheken und Privatbesitz ans öffentliche Tageslicht geholt, «Liszt in Basel» vergegenwärtigen und helfen sollen, um, wie Dünki schreibt, den «reisenden Klaviervirtuosen, Komponisten, Schriftsteller, Orchesterleiter und Pädagogen besser zu begreifen» und damit wegzuführen vom Klischee des mondänen Salonmusikers.

Die erste Schweizer Reise unternahm Liszt im Juni bis Juli 1835. Er ist 24 Jahre alt, wurde gerade in Paris als Virtuose stürmisch gefeiert, und hatte sich in die verheiratete Gräfin Marie d´Agoult verliebt. Das Hôtel des Trois Rois wird für ein paar Tage ihr Liebesnest, doch die Sorgen, mit denen beide beladen sind, kann auch die Liebe nicht verscheuchen.

Liszt sucht, wie Marie schreibt, Ruhe, denn sein Ruhm ist ihm bereits lästig. Er möchte die alten Meister studieren und vor allem komponieren. Die beiden reisen rasch ab, fahren über Boden- und Walensee in die Innerschweiz, machen in Einsiedeln Station und fahren über den Urnersee ins Wallis und von dort mit dem Schiff nach Genf, wo sie ein Jahr bleiben und wo ihre Tochter Blandine geboren wird. Künstlerischer Ertrag der Reise sind die «Années de Pélerinage», deren erster Band der Schweiz gewidmet ist.

Bei seinem zweiten Aufenthalt in Basel gibt Liszt einige Konzerte, und der Basler Männerchor huldigt ihm. Liszt bedankt sich mit «Drei vierstimmige Männerchöre», und da das Wetter schlecht ist, tragen ihn die Sänger in einer Sänfte vom Hotel zu den Konzerten.

Liszts dritter Aufenthalt galt dem Wiedersehen mit Richard Wagner, der wegen seiner revolutionären Umtriebe im Königreich Sachsen in den deutschen Staaten steckbrieflich gesucht wird. Man trifft sich am 6. Oktober in Basel. Das Wiedersehen wird, zusammen mit anderen Musikern, «eine froh-übermütige Künstlerfahrt». Die Stimmung ist ausgelassen, und einen Tag später stösst Liszts Weimarer «Muse», die Gräfin Wittgenstein, dazu. Wagner liest aus seiner «Siegfried-Dichtung», und Liszt spielt auf Bitten Wagners «ungeachtet eines recht mässigen Pianinos» Beethovens B-Dur Sonate op. 106.

Kleine, plumpe Hände

Soweit in Kurzform die Berichte von «Liszt in Basel». Sie befreien nicht vom Besuch der Ausstellung. Im Eingangsbereich finden wir einen Gipsabdruck von Liszts rechter Hand, und wer nun immer dachte, ein Klaviervirtuose müsse eine feingliedrige Hand haben, wird erstaunt sein, wie klein und ein bisschen plump diese Hand ist. Des Weiteren erstaunt, wie entstellend der einstige Schwarm der Frauen alterte. Bei aller Sachlichkeit, die diese Ausstellung auszeichnet, bleibt in diesem Leben etwas, was Sigfried Schibli in seinem Liszt-Buch (es liegt in einer Vitrine im Eingangsbereich) die «schillernde Faszinationskraft seines Lebens und Werkes» nennt, und die sich zeigt als «theatralische Entfaltung eines ganzen Rollenspielrepertoires».

Zu dieser Ausstellung gehören unter dem Thema «Liszt – früh und spät» Mittagskonzerte, ein Symposium und ein Meisterkurs von Alfred Brendel und Zoltán Kocsis.

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