Es ist 675 Jahre her, als das Haus am Spalenberg 26 erstmals den Besitzer wechselte. Damit das Geschäft abgewickelt werden konnte, musste Ritter Konrad von Biedertan als Vormund der Verkäuferinnen walten, ist der Urkunde zu entnehmen, die im Staatsarchiv liegt. Der Preis für das Haus sowie ein Nachbarhaus lag bei 37 Pfund.

Heute verlangen die Verkäufer fünf Millionen Franken für das fünfstöckige Stadthaus, in dem sich zwei Läden, drei Vierzimmer- und eine Zweizimmerwohnung befinden. Immobilienhändler Franz Stengele wickelt den Verkauf für die Besitzerfamilie ab. Er sagt: «Bis vor kurzem haben Familienmitglieder im Haus gewohnt. Diese mussten altershalber ausziehen, weshalb die Wohnungen nun leer stehen.» Die Familie habe das Haus in den 80er-Jahren gekauft und ein Optikergeschäft geführt. «Das Angebot stösst bei Käufern auf grosses Interesse, wir stecken mit mehreren Interessenten in Verhandlungen.»

Ob es verkauft werden könne, hänge hauptsächlich vom Preis ab. «Investoren aus Zürich bezahlen nicht mehr, nur weil es ein Haus am Spalenberg ist. Sie wollen, wie praktisch immer bei Mehrfamilienhäusern, eine gute Rendite.» Stengele vermutet, dass die Immobilie wohl etwas günstiger als für die derzeit aufgeführten fünf Millionen verkauft werde.

Cupcake-Laden darf bei Verkauf bleiben

Etwas günstiger, nämlich für 4,2 Millionen Franken, wird das Gebäude am Spalenberg 16 angeboten. Es beinhaltet ein Ladenlokal sowie vier Wohnungen; die grösste davon erstreckt sich über die beiden oberen Stockwerke und beinhaltet 4,5 Zimmer. Im Laden ist seit 2014 «Cupcake Affair» eingemietet. Eine Mitarbeiterin sagt, dass der Mietvertrag des Ladens auf den neuen Besitzer übergehe, mit denselben Konditionen.

Der zuständige Immobilienmakler Mark Novak will in Absprache mit dem Besitzer keine weiteren Angaben machen. Dabei hat das 1367 erbaute Haus ebenfalls eine bewegte Geschichte. 1931 hätte es für 180'000 Franken in Kantonsbesitz übergehen sollen. Im Staatsarchiv findet sich ein entsprechender Ratschlag zuhanden des Grossen Rats. Ob und aus welchen Gründen die Volksvertreter den Kauf ablehnten, ist nicht vermerkt.

Das dritte Spalenberg-Haus, das einen neuen Besitzer sucht, trägt die Nummer 45. Bis vor einem Jahr war darin der Modelleisenbahn-Shop «Bercher & Sternlicht» untergebracht. Seither sucht die Familie Bercher einen Käufer – bisher allerdings ohne Erfolg. Der Verkaufspreis musste von ursprünglich 3,05 Millionen auf 2,8 Millionen Franken gesenkt werden.

Michel Bercher, der den Laden zuletzt geführt hat und dessen Mutter die Liegenschaftsbesitzerin ist, sagt: «Wir hätten schon gedacht, dass es schneller geht, aber offensichtlich ist noch nicht der richtige Käufer gekommen.» Es sei ein Liebhaber-Objekt, aber sie seien zuversichtlich, was den Verkauf angehe. Eine Zwischennutzung des aktuell leerstehenden Ladens sei zwar einmal angedacht worden, allerdings schwierig zu realisieren.

Lädeli-Krise lässt Investoren zögern

Ein Immobilienhändler, der die Lage auf dem Basler Markt für Altstadthäuser kennt, sagt: «Die Grundsituation für die Läden ist derzeit nicht gut, sonst würden solche raren Objekte sofort neue Käufer finden, vermutlich sogar unter der Hand.» Wenn allerdings in der Stadt ständig Läden schliessen, dann würden Investoren zögern.